Granzin : Kreuz mit dem Jakobskreuzkraut

Sieht die Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts mit Sorge: Hobbyimker Heinz Bismark
Sieht die Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts mit Sorge: Hobbyimker Heinz Bismark

Granziner Hobbyimker Heinz Bismark sieht Ausbreitung der giftigen Pflanze mit Sorge. In seinem Garten hat sie keine Chance

von
11. Juli 2018, 12:00 Uhr

Heinz Bismark hat definitiv den grünen Daumen. Vielleicht sogar zwei. Während der seit Wochen ausbleibende Regen in vielen Gärten ringsum die erhoffte Ernte auf dem ausgetrockneten Boden verdörren lässt, wachsen, blühen und gedeihen bei ihm Obst, Gemüse und Blumen prächtig. „Der Garten war schon immer meine große Leidenschaft“, sagt der Granziner. Seit dem Frühjahr hat er eine neue. „Ich mache einen Lehrgang bei Bio-Imker Wolfgang Pfeffer in Drefahl“, erzählt er. Mit zwei Bienenvölkern hat er angefangen, ist gerade dabei, ein drittes selbst aufzubauen. „Mal sehen, ob das klappt.“ Die neue Leidenschaft hat ihn neugierig gemacht. Neugierig darauf, wie die Bienen „ticken“. Sprich, wo sie sich ihren Nektar holen. Und da ist Heinz Bismark einmal mehr über das sogenannte Jakobskreuz- oder auch -greiskraut gestolpert. „Das Kraut kenne ich natürlich schon seit vielen Jahren. Und ich weiß auch, dass es giftig ist, und sowohl bei Tieren als auch beim Menschen zu schweren Lebererkrankungen führen kann.“ Der Granziner beobachtet aber auch mit Sorge, dass sich die in den Monaten Juni bis Oktober strahlend gelbblühende Pflanze immer mehr ausbreitet. Das Landesamt für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittelsicherheit (LALLF) führe das darauf zurück, dass Brachland nicht mehr mit Herbiziden behandelt würde. Hinzu käme die Verbreitung des Giftkrauts durch die zunehmende extensive Landwirtschaft. „Und trotz Trockenheit auch in diesem Sommer“, sagt Bismarck. Der Granziner nutzt viele Quellen, um sich schlau zu machen. Und so weiß er, dass das Jakobsgreiskraut vielen Insekten wie Schmetterlingen und Fliegen als Nahrungsquelle dient, den Bienen jedoch kaum. „Die gehen lieber auf interessantere Nektarpflanzen wie beispielsweise Linde oder Raps. Finden sie jedoch nichts anderes, fliegen sie auch in das Jakobskreuzkraut“, sagt Heinz Bismark. Aus seinem Imkerlehrgang, aber auch aus vielen Quellen im Internet weiß Bismark, dass die Bienen die Giftstoffe direkt wieder ausscheiden. „Und das kann natürlich den Honig mit den Giften, den Pyrrolizidinalkaloiden, belasten.“ Wie hoch, könne man feststellen. „Wir Imker haben vor einigen Wochen die Mitteilung bekommen, dass wir Honigproben zur Untersuchung beim LALLF einschicken können.“ Verbunden mit der Bitte, nur solche Proben einzuschicken, bei der eine hohe Kontaminierung angenommen werden muss. „Mal sehen, ob ich das nutzen werden.“

Einfluss auf die Verbreitung des Krautes auf den großen landwirtschaftlichen Brachflächen hat Bismark nicht. Jedoch hat er schon vor Jahren darauf geachtet, dass sich der gelbe Korbblütler nicht in seinem Garten breitmacht. „Das ist das mindeste, was man als Gärtner machen kann und auch machen sollte: Mähen, bevor das Kraut seine Samen ausbilden kann. Andernfalls ist es ähnlich wie Löwenzahn. Der Flugsamen zieht wie eine Wolke über die Fläche.“

Steckbrief

Pflanze heißt auch Greiskraut

Das Jakobsgreiskraut enthält hochgiftige Pyrrolizidinalkaloide, die sich in der Leber anreichern. Fressen die Tiere regelmäßig von der Pflanze, führen diese Stoffe schleichend zu einem qualvollen Tod. Derzeit gibt es keinerlei Behandlungsmöglichkeiten. Über Milch und Honig gelangen die Giftstoffe auch in die Nahrungsmittelkette.

Das asternartige Kraut blüht ab Juni bis Oktober und wird zwischen 30 und 100 Zentimeter hoch. Als wichtigste Bekämpfungsmaßnahme muss die Samenbildung der Pflanze verhindert werden, indem die betroffene Fläche spätestens bei Blühbeginn gemäht wird.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen