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Entwicklung Ludwigslust-Parchim : Kreiszukunft: Ran an die Fachkräfte

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Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Kreisentwicklungskonzept 2030 vorgestellt: Handlungsfeld „Starker Wirtschaftsstandort“ setzt auf regionale Produkte

Im Jahr 2015 hat der Kreistag die Erstellung eines Kreisentwicklungskonzepts (KEK) mit dem Zeithorizont 2030 beschlossen. Die Kernelemente des KEK sind die Handlungsfelder, die wir ab heute näher vorstellen. Wir beginnen mit „Starker Wirtschaftsstandort“. Im Forum können Bürger darüber diskutieren – bisher tut das allerdings kaum jemand.

Vor den strategischen Zielen listet das Konzept die Stärken und Schwächen auf. Auf der Habenseite steht die zunehmende Beschäftigung und Produktivität im Landkreis. Die breite Basis kleiner Unternehmen, insbesondere auch Handwerksunternehmen, sei ein Plus. Positiv auch: Die Beschäftigung in wissensintensiven Branchen im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor steige.

Die Liste der Schwächen führt Sorge Nummer eins an: In einer Reihe von Wirtschaftszweigen, wie dem Gesundheitswesen, fehlen Fachkräfte. Die Anzahl von Arbeitsplätzen für hoch qualifizierte Beschäftigte ist relativ gering. Und: Es gibt Defizite in der touristischen Infrastruktur, deren Angebote nicht ausreichend miteinander vernetzt sind.

Was muss nun laut KEK geschehen? Als einen Handlungsansatz nennt das KEK attraktive Standortbedingungen: Sanierung und Ausbau des Straßenwegenetzes, des Schienennetzes, der Rad-und Wanderwege sowie der Wasserstraßen. Natürlich darf auch die Forderung nach einer flächendeckenden Breitbandversorgung nicht fehlen – eigentlich alte Hüte.

Für Innovationen brauche es Gründer- und Gewerbezentren und Innovationsverbünde von Wissenschaft, Universitäten und Unternehmen. Die Ideen, Fachkräfte zu gewinnen, ranken sich um Maßnahmen zur Erhöhung der Lebens-und Standortqualitäten. Auch will man versuchen, abgewanderte Fachkräfte zur Rückkehr zu bewegen.Dafür sollen Willkommensangebote weiterentwickelt werden. Gemeint sind Behörden- und Ärztewegweiser.

Manchmal liegen die Vorschläge allerdings quer zur Realität. Das KEK möchte „günstige Unterbringungsmöglichkeiten an den Standorten der Berufsschulen für Auszubildende.“ Gerade hat der Kreis das letzte Wohnheim in Parchim dichtgemacht.

Wirtschaft ist auch Tourismus. Neben Forderungen, die ÖPNV-und SPNV-Erreichbarkeit touristischer Anziehungspunkte zu verbessern, findet sich im KEK auch die Idee, Fahrradwege entlang der Wasserstraßen auszubauen. Analog zur Arche-Region Flusslandschaft Elbe wollen die Zukunftsplaner Landwirtschaft und Tourismus verknüpfen. Das alles soll zielgruppenorientiert vermarktet und regionale Produkte wesentlich stärker unterstützt werden.

Das Schweriner Umland:
Weitere Nutzung der wirtschaftlichen Verflechtungen und der Potenziale der Kooperation mit Schwerin. Kooperationspotenziale für Unternehmen mit den zahlreichen Hochschulen in räumlicher Nähe. Qualitäten als Wohn-und Gewerbestandort weiterentwickeln, mit positivem Einfluss auf die weichen Standortfaktoren.

Der westliche Teil:
Weiterentwicklung und Vermarktung der starken Gewerbestandorte Valluhn/Gallin-Businesspark A 24; Boizenburg/Elbe-Boize-Center; Wittenburg und Hagenow. Stärkung industrieller Branchenschwerpunkte und Vernetzung. Kooperationspotenziale mit Hamburg für Technologietransfer und Zusammenarbeit mit Hochschulen nutzen. Standortqualitäten als Lebens-und Arbeitsort für Kreativwirtschaftler kommunizieren. Stärkung Attraktivität für Tagestouristen aus Hamburg.

Der mittlere Teil:
Ökonomische Entwicklungspotenziale bei Umsetzung der REK A 14 Kooperationsprojekte mit Ludwigslust, Neustadt-Glewe und Grabow: Gemeinsame Gewerbeflächenvermarktung; regional, überregional und landesweite Netzwerkarbeit; Marketing nach innen und nach außen. Stärkung industrielle Wirtschaftsstruktur und Vernetzung. Potenziale für Unternehmensansiedlungen auf dreißig Gewerbeflächen in Nähe zur A 14 und A 24. Entwicklung eines Masterplan Tourismus für die REK A 14 Region.

Der östliche Teil:
Stärkung der Bedeutung Parchims als Dienstleistungsstandort und Kreisstadt. Wirtschaftliche Potenziale des Flughafens Parchim weiterentwickeln. Plau am See als touristisches Zentrum für Wassertourismus, Naturpark Sternberger Seenlandschaft, Kloster Dobertin, Ensemble Mestlin, Rad-, Wander-, Reit-und Wasserwege. Erhalt des kulturellen Angebotes mit dem Landestheater Parchim. Ausbau der touristischen Infrastruktur mit Verbesserung des Radwegenetzes und der Wasserstraßen.

 

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erstellt am 15.Jul.2017 | 08:00 Uhr

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