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Ludwigslust-Parchim : Kreis-Zukunft: Der Osten ist anders

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Parchimer Regionalforum zum Kreisentwicklungskonzept setzt auf Kleinunternehmer, Ehrenamt und Tourismus

von
erstellt am 15.Jul.2016 | 11:45 Uhr

Das Kreisentwicklungskonzept 2030 (KEK) hat die Ebene der Expertenzirkel verlassen und setzt jetzt auch auf die direkte Expertise der Menschen im Landkreis. Neben der Online-Beteiligung der Bürger haben die Ausschüsse des Kreistages über die Zukunft unserer Region diskutiert. Regionalforen boten weiteren Einwohnern die Chance, mitzureden. Hier ging es um regionale Besonderheiten.

Allgemein gültige Tendenzen für den Landkreis fasst Dr. Silvia Stiller von Georg Consulting zusammen: „In der jüngeren Vergangenheit hat sich der Arbeitsmarkt positiv entwickelt. Die Anzahl der Beschäftigten hat zugenommen und die Arbeitslosenquote ist kontinuierlich zurückgegangen. Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen wächst (rund 18 000 Euro). Die Agrarwirtschaft hat eine relativ hohe Bedeutung, das verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungssektor wachsen.“

Für den Altkreis Parchim gibt es spezielle Entwicklungen. Weite Teile bieten eine eher unterdurchschnittliche ÖPNV-Qualität und Reisezeiten von mehr als einer Stunde bis zu einem Oberzentrum. Als Pluspunkt sehen die Planer die Nähe zu den Hochschulen in Wismar,
Rostock, Brandenburg und Berlin. Allerdings ist die östliche Region relativ dünn besiedelt und weist eine geringe Arbeitsplatzdichte und eine geringe Zahl von Gewerbegebieten auf. Auch ist die Arbeitslosigkeit höher als im westlichen Landkreis. Dafür ist die Kaufkraft geringer und die kommunale Bevölkerungsprognose rechnet bis 2030 mit Rückgängen von 18 Prozent in einer Reihe von Kommunen.

Die rund 50 Teilnehmer des Parchimer Regionalforums bewerteten die Lebensqualität in Städten und Gemeinden der Region Parchim mit gut bis weniger gut. Als Stärken werden Natur/Landschaft, die dörflichen Strukturen sowie das Gemeinschaftsleben empfunden. Besonders in den Themenbereichen Mobilität, soziale und digitale Infrastruktur, Siedlungsentwicklung und Sicherung von Fachkräften sehen die Teilnehmer Handlungsbedarf. Sie diskutierten Lösungsansätze in den Bereichen nachhaltige Siedlungsentwicklung, Familie, Gesundheit und Soziales sowie Wirtschaft.

Wirtschaft:

Die Einschätzung, dass die Region wirtschaftliche Potenziale hat, die es weiter zu heben gilt, wurde geteilt. Für die Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklungsperspektiven sei die besondere Bedeutung der Kleinstunternehmer und das Handwerk zu beachten. Tourismuswirtschaft und biologisch ausgerichteten Landwirtschaftsbetriebe in der Region bergen ebenfalls wirtschaftliche Möglichkeiten. Vorrangig sollten Bildung und Qualifikation für alle Branchen gestärkt werden. Die Infrastruktur ist auszubauen und die Entwicklung des Flughafens zu stärken.

Nachhaltige Siedlungsentwicklung:

Hier geht es auch darum, wie die Entwicklung in kleinen ländlichen Gemeinden gestärkt werden kann. Die Diskussionsteilnehmer wollen ehrenamtliche Strukturen stärken und erhalten. Sie fordern neue Ideen bezüglich Mobilität wie Rufbusse oder Mitfahrzentralen. Entwicklung sollte nur in „zukunftsfähigen Gemeinden“ zugelassen werden. Dörfliche Identität müsse erhalten werden und die auskömmliche Finanzierung der Gemeinden sei zu gewährleisten.

Familie, Gesundheit und Soziales:

Die Teilnehmer waren sich darüber einig, dass zukünftige Projekte nur sichergestellt werden können, wenn sich die finanzielle Ausstattung der Kommunen
und des Kreises verbessert. Kommunen sollten eigenständig über finanzielle Mittel verfügen und über zu finanzierende Projekte entscheiden können, da diese den Bedarf am besten einschätzen können.

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