Engagierter Parchimer Arzt : Kranken in Nepal helfen

Immer wieder zieht es ihn nach Nepal: Dr. Rüdiger Wenzel.
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Immer wieder zieht es ihn nach Nepal: Dr. Rüdiger Wenzel.

Der Chirurg Rüdiger Wenzel arbeitet einmal pro Jahr im Hospital von Amppipal

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16. Dezember 2013, 08:58 Uhr

Den Betrieb von Krankenhäusern in Nepal mit Geldspenden, Material, Ausrüstung oder durch die Ausbildung von Personal zu fördern, ist ihm zuwenig: Seit zehn Jahren begibt sich Dr. Rüdiger Wenzel jeweils für einen Monat an das Dach der Welt, an den Himalaya. Dort in Amppipal, 100 Kilometer und damit eine Tagesreise westlich der Hauptstadt Kathmandu, steht seit 1969 auf einem Bergkamm in 1200 Meter Höhe ein Krankenhaus mit fast 50 Betten und braucht dringend Ärzte. „Wer dort als Mediziner arbeitet, macht alles“, weiß der Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie - und Chefarzt in der Parchimer Asklepios-Klinik. Für seinen Einsatz in Nepal lässt er sich ohne Bezüge freistellen, in der Gewissheit, dass seine Arbeit dort dringend gebraucht wird. „Das Krankenhaus in Amppipal ist zuständig für ein Einzugsgebiet mit mehr als 200000 Menschen.“ Täglich kommen bis zu 100 Patienten, mit Asthma, Typhus, Tuberkulose, Lepra, Durchfall, Fieber oder Infekten, mit Verbrennungen oder Knochenbrüchen. Bei bis zu 700 Entbindungen im Jahr leisten als Hebammen ausgebildete Krankenschwestern die Geburtshilfe. „Dabei konnte der Anteil der Kaiserschnitte von einst 20 auf nur noch vier Prozent reduziert werden.“

Für seine Patienten ist das Krankenhaus passabel ausgerüstet: Apotheke, Labor, EKG, Röntgen, Ultraschall, Physiotherapie, Zahnbehandlungseinheit und Augenservice. Jährlich werden etwa 400 mittlere oder größere Operationen und bis zu 1000 kleinere Eingriffe durchgeführt. Für spezielle Krankheitsbilder wie Epilepsie, Augenlinsenimplantationen, größere Zahnfüllungen oder plastische Chirurgie werden mit Spezialisten so genannte Camps veranstaltet. Dem Krankenhaus angegliedert ist eine Schule, die 20 Krankenschwestern ausbildet

Dr. Rüdiger Wenzel absolvierte sein Medizinstudium in Halle an der Martin-Luther-Universität und bekam seinen Feinschliff als Unfallchirurg in Rotenburg/Wümme. Wegen der Atemwegserkrankung seiner Tochter zog es ihn in die klare Luft des Nordens, seit 2000 arbeitet er in Parchim. Er wurde als Bergsteiger auf Nepal aufmerksam. Bei einer Trekkingtour fiel ihm die Organisation „NepalMed“ auf. Seitdem engagiert sich der Mediziner tatkräftig in diesem Land, „in dem bittere Armut herrscht“. Nach getaner Arbeit hat er die Berge vor der Haustür und erkundet die Region.
Vortrag:
Am kommenden Mittwoch (18.) hält Dr. Wenzel ab 19 Uhr in der Parchimer „Fitness Lounge“ (Leninstraße 23) einen Vortrag über Nepal, „wo 40 Prozent des Landes über 3000 Meter hoch liegen“ und stellt seine Arbeit vor.



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