Parchim : Kraftvoll in der Wirkung

Kraftvoll:  Alter Baum I“, Radierung von Inge Jastram.
Kraftvoll: Alter Baum I“, Radierung von Inge Jastram.

Parchimer Galerie „ebe“ zeigt Grafiken von Inge Jastram.

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16. November 2018, 10:56 Uhr

Mit der 163. Ausstellung neigt sich das Galeriejahr bei „ebe“ langsam dem Ende entgegen. Es findet mit Grafiken von Inge Jastram einen würdigen Abschluss. Man kann sie zweifelsohne als eine große Künstlerin des Nordens bezeichnen. Eine, die ihren Strich gekonnt auf das Blatt bringt und auch dort Bilder entstehen lässt, wo sie das Blatt gar nicht mit Stift und Pinsel berührt hat.

Betritt man die Parchimer Galerie in der Lübzer Chaussee 7, so fallen einem zuerst Clowns und Pierrots auf, Zirkus- und Varietékünstler in unterschiedlichen Posen und interessanter Colorierung. Die Frage, was die Künstlerin an diesen Figuren reizt, drängt sich dem Betrachter förmlich auf. Und vielleicht sucht er auch sogleich nach Antworten. Sind es Kindheitserinnerungen oder die Bewunderung für deren Können oder einfach nur Sehnsucht und Sentimentalität? Fragen konnten sie die Gäste der Vernissage leider nicht, weil Inge Jastram sich derzeit von einer Verletzung erholt. Und so entsteht der Reiz einer freien und subjektiven Interpretation, die auch vor den vielen anderen spannenden Motiven dieser Exposition nicht Halt macht.

Da sticht einem die Dame vor einem intensiv roten Hintergrund ins Auge und will den Betrachter ins „Cabaret“ entführen, die alternde Frau daneben blickt auf die Wand gegenüber, an der „Freundinnen“ und andere weibliche Figuren das Nacht- und Partyleben zelebrieren. Ein „Junges Paar im Café“ scheint die Welt um sich herum nicht wahrzunehmen. Die „Junge Jüdin“ fesselt einen mit ihrem ausdrucksstarken Gesicht. Man wird das Gefühl nicht los, Inge Jastram lebt in ihren Figuren, hofft, trauert, leidet mit ihnen und gibt ihnen in ihren Grafiken ein Zuhause. Ihre Frauen scheinen einerseits verletzlich, aber gleichzeitig auch sehr stark. In anderen Alltagsszenen präsentiert die Künstlerin ihre Protagonisten oft überzeichnet, fast schon karikaturistisch und hält damit der Gesellschaft in gewisser Weise einen Spiegel vor.

Ein bisschen wehmütig dagegen machen ihre Landschaften, die kargen Bäume, die ihre Äste ein wenig leidend von sich strecken oder die Weiden, die frisch gestutzt scheinen. Ihre reduzierten Darstellungen wirken dennoch kraftvoll und sind von ganz besonderer Faszination. Wer sich zum Ende des Jahres einen besonderen Kunstgenuss gönnen möchte, der sollte unbedingt in der Galerie „ebe“ vorbeischauen.

Die Grafiken von Inge Jastram sind bis zum 7. Januar 2019 dort zu sehen. Geöffnet ist dienstags, donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter 0151 / 18004308.


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