zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

17. November 2017 | 19:02 Uhr

Parchim : Konzert weckt viele Erinnerungen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Händelchor und collegium musicum ehrten auf mitreißende Weise das Andenken an Ilse Bierstedt

Ins geräumig helle Atrium der Grundschule West – dorthin, wo der Klangkörper üblicherweise den Frühling begrüßt – hatte am Samstagnachmittag der Parchimer Händelchor ausnahmsweise zu einem Herbstkonzert eingeladen. Der besondere Anlass war der 100. Geburtstag der Chorgründerin Ilse Bierstedt, welche das von Beginn an aus Frauen und Männern bestehende Ensemble 47 Jahre lang mit Geduld und Leidenschaft leitete und prägte.

Ihr Andenken feierte die Chorgemeinschaft gemeinsam mit den gestandenen Instrumentalisten vom collegium musicum Parchim, welches nicht nur durch gemeinsame Auftritte, sondern auch durch die langjährige Mitwirkung ihrer Tochter Gunda Maintz enge Verbindungen zu Ilse Bierstedt hat.

Dementsprechend orientierte sich die Musikauswahl dieses Herbstkonzerts gleichwohl an der Jahreszeit wie auch an ausgesprochenen Lieblingsliedern der Jubilarin, darunter dem allseits beliebten „Bunt sind schon die Wälder“ im Chorsatz von Ilse Bierstedt. Der Händelchor und das collegium musicum Parchim verstanden es – nicht zuletzt auch durch überaus talentierte Solisten, wie den jungen Saxophonisten David Jonitz – außerdem, in diesem Herbstkonzert eine stilistische Vielfalt zum Klingen zu bringen, wie man sie so harmonisch selten erlebt. Das aus weitem Umkreis (vermutlich sogar aus Berlin) angereiste Publikum im wohlgefüllten Atrium honorierte dies mit ausdauerndem Beifall und ließ sich gern auch von jener Überraschung bezaubern, welche die zweite Hälfte des Konzertreigens einleitete. Bevor Sängerinnen, Sänger und Instrumentalisten wieder aufs Podium kamen, stellten Nachfahren von Ilse Bierstedt eindrucksvoll unter Beweis, dass ihnen sowohl die Liebe zur Musik als auch das Talent „vererbt“ worden sind.

Einleitend hatte hierzu die heutige Chorleiterin Helga Hoffmann „Das Großmütterbuch“ zitiert, welches aus guten Gründen aktuell für die Bekanntheit des Namens Dr. Gunda Maintz steht. Die Autorin sei nämlich jene schon eingangs erwähnte Tochter Ilse Bierstedts, die nun ihrerseits die von ihrer Mutter „in die Wiege gelegte“ Musikalität als Familienerbe weiter gab. Das zeigten am Samstagnachmittag in Parchim ihr ältester Sohn Uwe Dietsche aus der Nähe von Boizenburg mit seinen Kindern und zwar auf Streich- bzw. Saiteninstrumenten historischer Bauart. Atemlos lauschte das Auditorium Violinen und Cello mit Darmsaiten sowie einer Ukulele, auf denen Enkel und Urenkel der Händelchor-Gründerin zum Teil jahrhundertealte Musik zum Klingen brachten, die sich beim genauen Hinhören sehr wohl als „Inspiration“ populärer Stücke entpuppten. Fröhlich und mitreißend vollendeten schließlich die Instrumentalisten vom collegium musicum und der Händelchor Parchim das Herbstkonzert zum Andenken an Ilse Bierstedt.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen