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Steigende Infektionsrate : Kommt die Grippewelle (doch) noch?

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Bisher verlief der Winter in der Region glimpflich - weder gab es ausgeprägte Kältephasen oder ein gefürchtetes Schneechaos noch eine Grippewelle. Doch niemand kann sagen, ob eine Grippewelle den Norden erreicht.

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2012 | 09:45 Uhr

Parchim | Bisher verlief der Winter in der Region glimpflich - weder gab es ausgeprägte Kältephasen oder ein gefürchtetes Schneechaos noch eine Grippewelle. Mitte Januar war’s, als Experten vom Robert-Koch-Institut vor einer auf Deutschland zurollenden Grippewelle warnten. Impfungen, hieß es damals, seien noch möglich, da der Aufbau des Schutzes durch das körpereigene Immunsystem nur etwa zwei Wochen dauere.

Heute, sechs Wochen später, ist von der angekündigten Grippewelle noch immer nichts zu spüren. In den Praxen der Region mussten bisher keine echten Grippefälle (Influenza) behandelt werden. Selbst die Zahl der Patienten mit grippeähnlichen Symptomen sind deutlich geringer als in anderen Jahren. Etwa in der Sprechstunde von Dr. Christiane Otto in Lübz. Im Vergleich zu anderen Jahren, bestätigt sie gestern, seien bei ihr in der bisherigen Saison deutlich weniger Grippepatienten vorstellig geworden. Ähnlich sind die Beobachtungen auch in Sternberg, wenngleich Dr. Jörg Sommerfeld aus der Praxis Sommerfeld/Zechel einschränkt: "Es ist wirklich schwierig abzuschätzen, aber man hat schon den Eindruck, dass es weniger Patienten sind. Und ’ne echte Grippe habe ich dieses Jahr noch gar nicht gesehen."

Und dabei gelten eigentlich der Januar und der Februar als die klassischen saisonalen Grippemonate. Warum die Welle in diesem Jahr auf sich warten lässt - Vera Schwartz, kommissarische Fachdienstleiterin für Gesundheit beim Landkreis Ludwigslust-Parchim, hat dafür auch keine Erklärung. Jedoch habe es immer Jahre gegeben, in denen es an der Grippefront ruhiger gewesen war. Ruhig hieße nicht, dass es bisher keine Erkrankungen gab. Die habe es gegeben. "Detaillierte Zahlen für den Landkreis liegen uns jedoch nicht vor, sicher ist aber, dass es keine Häufungen waren", erklärt Vera Schwartz.

Während das Robert-Koch-Institut seit etwa zwei Wochen deutschlandweit steigende Zahlen an Grippeinfektionen (vor allem bei Kindern unter 14 Jahren) registriert, kann momentan niemand sagen, ob die Welle den Norden und den Landkreis erreicht. Und damit steht wie eingangs der Saison erneut die Frage nach dem Sinn einer Impfung. Während Fachdienstleiterin Schwartz dies eine Gewissensfrage nennt, rät das Koch-Institut Menschen ab 60 Jahren, Berufstätigen im Gesundheitswesen, chronisch Kranken und Schwangeren dazu. "Die Immunisierung nach einer Impfung dauere zwei Wochen" heißt es in der Empfehlung, "und die Grippesaison geht noch bis April."

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