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Parchimer Verein verschiebt Arbeitseinsätze : Kleingärtner startklar für den Frühling

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Eigentlich wären Salat, Radieschen und Co schon längst im Boden. Dieser wäre für die Bestellung vorbereitet und nun wären die Kartoffeln an der Reihe. Aber da ist das Wort "wären" und dieses sorgt für Verdruss.

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erstellt am 05.Apr.2013 | 05:11 Uhr

Parchim | Eigentlich, ja eigentlich wären Salat, Radieschen und Co schon längst im Boden. Dieser wäre für die Frühjahrsbestellung bestens vorbereitet und in diesen Tagen wären die Kartoffeln an der Reihe. Aber da ist das Wort "wären" und dieses sorgt für Verdruss bei den Kleingärtnern im Land. Seit Wochen warten sie auf die Sonne und damit höhere Temperaturen. Doch Großväterchen Frost lässt noch immer seine Muskeln spielen und zeigt den Gärtnern, was (k)eine Harke ist.

"Normalerweise pflanze ich am 1. April die Kartoffeln, doch dieses Jahr ist alles anders", klagt Manfred Egerland. Er bewirtschaftet seinen Garten im Parchimer Verein Vietingseck und ist zugleich seit 1979 (!) dessen Vorsitzender. Einen derart hartnäckigen Winter hat er noch nicht erlebt, nicht nur seinen Garten kann er nicht bearbeiten, auch die Vereinsarbeit bleibt liegen. "Wir mussten bereits unseren Frühjahrsarbeitseinsatz zwei Mal verschieben. Geplant am 23. März, dann für den heutigen Sonnabend und nun erneut verschoben auf den 20. April", sagt der Vereinschef. Zwar habe man am 25. März versucht, einen Schreddertag zu organisieren, aber auf Grund von Schnee und Eis nur mit mäßiger Beteiligung. Ansonsten herrscht reges Vereinsleben. Ob Rommé- und Skatturniere oder das jährliche Gartenfest (diesmal am 22. Juni), die Hobbygärtner sind eine gute Gemeinschaft.

Doch nun soll endlich der Spaten in die Hand genommen werden und der Samen in den Boden. Auf den Flächen des Vereins Vietingseck könnte diese Hoffnung bald Realität werden, denn "wir haben hier relativ leichten Boden, der sich shcnell erwärmt und auch abtrocknet", sagt Egerland - und dann sind die 171 Kleingärtner dieses Vereins nicht mehr zu halten. Erste Voreilige gab es auch schon, denn an den zwei, drei warmen Tagen, die bisher gezählt wurden, haben einige bereits ihren Rasen vertikutiert. Auch erste Rosen wurden hier und da bereits freigelegt. Davor aber warnt der Gartenchef, denn "die Rosen sind mit die letzten, erst wenn sich die neuen Triebe zeigen, dann wird freigelegt und zurück geschnitten". Den Baumschnitt allerdings, den kann man noch ausführen, rät er. Derweil untersucht er seinen Spezialapfelbaum, an dem immerhin 29 (!) verschiedene Sorten heranwachsen. Alle hat er selber aufgepropft und vier weitere Sorten sollen noch folgen. Mit dem Klarapfel im August beginnt an diesem Baum die Ernte und Ende Oktober endet sie mit dem Pflücken des Boskoops. Auch wenn Egerland auf diese Weise der Natur ein Schnippchen schlägt, die Sonne und damit wärmere Temperaturen sowie weniger kalte Ostwinde kann auch er nicht herbeizaubern. Und so bleibt ihm derweil nichts weiter übrig. als die Beete etwas abzuharken, denn noch behindert teilweise der Schnee weitere Arbeiten. Aber eines steht für ihn und alle anderen Hobbygärtner fest: Sie stehen sozusagen Spaten bei Fuß und sobald es die Witterung zulässt, sind sie alle nicht zu halten. Dann wird aufgeholt, was bislang warten musste. Und dann hoffen alle, dass es keinen Rückschlag gibt, denn wenn der Frost noch einmal zuschlägt und die Obstblüte im Gange ist, dann könnte nicht nur der Spezialapfelbaum bei Egerland darunter leiden. Das aber hofft keiner und vielleicht stimmt ja die Bauernregel, die für den heutigen 6. April gelten soll: Wenn der April Spektakel macht, gibts Heu und Korn in voller Pracht.

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