zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

20. August 2017 | 09:44 Uhr

Parchim : Klassentreff zum Meisterjubiläum

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Vor 25 Jahren saßen diese Tischler gemeinsam auf der Schulbank: Seitdem findet jedes Jahr ein Wiedersehen statt

Ihre Prüfung zum Tischlermeister liegt genau ein Vierteljahrhundert zurück, doch aus den Augen verloren haben sie sich seitdem nie: Alle Jahre wieder am zweiten Juli-Wochenende ist Klassentreffen an wechselnden Orten. Am Sonnabend hieß Christoph Maaß seine Meisterkollegen in seiner Heimatstadt willkommen. Der Parchimer führt hier in vierter Generation den 1891 vom Urgroßvater gegründeten Betrieb.

In die Wiedersehensfreude mischte sich diesmal auch Jubiläumsstimmung: Peter Günther, Präsident der Handwerkskammer Schwerin, würdigte bei der Übergabe der „Silbernen Urkunden“ die Lebensleistung der hier anwesenden Meister ihres Fachs. Die Tatsache, dass sie fest im Beruf stehen bzw. ihr Unternehmen inzwischen an ihre Nachfolger übergeben konnten, zeige, dass sie in den zurückliegenden 25 Jahren auch die zweite Meisterprüfung – die Marktwirtschaft – erfolgreich bestanden haben.

Ulrich Baganz sieht es in der Tat als großes persönliches Glück an, dass die einst vom Schwiegervater gegründete Werkstatt in Körchow weiter für die Kunden da ist, nachdem er 2013 beruflich einen Gang zurück geschaltet hat. Tradition hat das Tischlerhandwerk in der Familie von Dieter Böhnke in Bützow. Der heute 67-Jährige erlernte den Beruf bei seinem Vater, der den Betrieb 1953 gründete. Später wurde Dieter Böhnke wiederum zum Lehrmeister für seinen Sohn, der inzwischen seit einigen Jahren die Verantwortung für das Unternehmen trägt. „Ich kann auf ein gutes Arbeitsleben zurückblicken“, resümiert Dieter Böhnke. Besonders gefreut habe ihn, dass er auch viel restauratorisch im Denkmalbereich tätig sein konnte.

Die Meisterklasse 1991, der damals 13 Tischler angehörten, brachte ebenfalls einige Neugründer hervor: Olaf Skodlerak eröffnete 1993 in Laage seinen Fachbetrieb, der sich insbesondere auf die Restaurierung spezialisiert hat. Reno Heitmann baute sein Unternehmen in Vielank noch während seiner Meisterschulzeit auf und konnte im vergangenen Jahr sein 25-jähriges Geschäftsjubiläum begehen. Maik Schmidt, der am Sonnabend leider nicht in Parchim dabei sein konnte, machte sich in Güstrow selbstständig.

Tatsächlich ist es den Meistern ihres Fachs gelungen, seit dem Prüfungsjahr regelmäßig alle zwölf Monate ein Treffen auf die Beine zu stellen. „Als wir uns im September 1989 auf die Schulbank setzten, brach über uns gerade eine wilde und bewegte Zeit herein. Alles war im Umbruch. Ich glaube, diese Zeit hat uns zusammengeschweißt und es entwickelte sich das Bedürfnis, weiter Anteil am Leben des anderen zu nehmen“, sagt Christoph Maaß.

Die ersten Treffen – von Anfang an wurden auch stets die Partnerinnen mit einbezogen – gestalteten sich allerdings noch etwas rustikaler und hatten den Charakter von Betriebsbesichtigungen. Zum Übernachten wurden schon mal die Luftmatratzen im Ausstellungsraum ausgelegt, der Bauwagen hergerichtet oder das Sofa des Altmeisters in Beschlag genommen. Mittlerweile ist jedes Treffen wie ein Überraschungsei: Das Rahmenprogramm bleibt bis zur Ankunft ein Geheimnis des jeweiligen Gastgebers. Aus dem Hut gezaubert wurden beispielsweise schon Touren mit dem Postbus, dem Fahrrad, der Draisine, dem Floß oder dem Kanu, Ausflüge zum Kloster, zur Burg oder zum Freilichtmuseum.

Zum Abschied gestern nach dem gemeinsamen Frühstück im Parchimer Edith-Stein-Haus war bereits fest ausgemacht, wohin die Reise am zweiten Juliwochenende 2017 geht - zu Tischlermeister Olaf Skodlerak.

 

zur Startseite

von
erstellt am 11.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen