Perfekte einstimmung aufs fest : Klangvoller Advent in Ruhner Berge

Organisator Golisz mit Sänger-Preisen
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Organisator Golisz mit Sänger-Preisen

Turmblasen auch beim 13. Mal „handgemachtes“ Volksfest mit Strahlkraft weit über Landesgrenze

svz.de von
16. Dezember 2013, 16:19 Uhr

Wer sich am Sonntag nicht durch verbreitetes Grau von seinem geplanten Adventsausflug in die Ruhner Berge abhalten ließ, hat es auch diesmal nicht bereut. Ganz im Gegenteil, denn die bereits 13. Auflage des Turmblasens zum 3. Advent bescherte den durchweg einheimischen Machern dieses einzigartigen Volksfestes etliche neue Freunde.

Dazu zählten nicht zuletzt 23 sangesfreudige Herren aus dem Burg-Städtchen Beeskow an der Spree südöstlich von Berlin. Als experimentierfreudiger Männerchor hatten sie neugierig den Tipp eines ihrer Aktiven aufgenommen, der seit Jahren zum privaten Freundeskreis von Gerd Holger Golisz zählt, dem umtriebigen Cheforganisator der beiden sommerlichen (Quellfest) und winterlichen Events.

Bescheiden verweist Golisz zwar stets auf die gemeinsame Urheberschaft der Ämter Eldenburg-Lübz und Putlitz-Berge in „echt guter Nachbarschaft“ dies- und jenseits der Grenze zweier Bundesländer. Doch welchen der voller Tatkraft, Ideen und Eigeninitiative Beteiligten aus der Region im Umkreis des weithin beliebten Erholungsgebiets Ruhner Berge man auch fragt: Golisz inspiriert sie alle mit Optimismus und Freundlichkeit, von seinen Talenten als kommunaler Verwaltungsbeamter gar nicht zu reden.

So gelang beispielsweise die Instandsetzung der „Sagentreppe“ hinauf zum wieder schön illuminierten Aussichtsturm, dem 178-stufigen Wahrzeichen und „Gipfelpunkt“ der mit 177 Metern über dem Meerespiegel zweithöchsten natürlichen Erhebung Mecklenburgs. Von hier oben könne man bei klarer Sicht in vier Länder (MV, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen) blicken, schwärmen Einheimische und Gäste.

An diesem 3. Adventsonntag 2013 allerdings blieb die Aussichtsplattform – trotz liebevoll geschmückten Aufstiegs von kundiger Hand einer jungen Suckowerin buchstäblich in den tief hängenden Wolken stecken, welche zur Freude der Ausflügler jedoch ihre Feuchtigkeit größtenteils bei sich behielten. Was anfangs noch herunter tropfte, waren wohl Regen und Nebeltau aus der vergangenen Nacht. Die Turmbläser ließen sich davon aber nicht irritieren und erfüllten das Waldgebiet mit Herz erwärmenden Klängen abwechselnd aus luftiger Höhe sowie aus dem Zeltpavillon zu Füßen des Turms.

Ihr wunderbar tönendes Blech setzten diesmal 14 Mitglieder des Barkower Landesposaunenwerks um Martin Huss und neun Jagdhornbläser aus Blüthen in Aktion. Dazu gesellte sich spontan auch noch eine Handvoll Jagdhornbläser aus dem brandenburgischen Reetz, denen das vorjährige Gastspiel so viel Spaß gemacht hatte.

Diese „geballte Kraft“ der Blechbläser und Chorsänger, von der sich auch viele Besucher mitgerissen fühlten, machte bereits den mittlerweile traditionellen Auftakt-Gottesdienst unter freiem Himmel zu einer „bewegenden Andacht“.

Vom romantischen Schein der Schwedenfeuer umschmeichelt, welche die Marnitzer und Suckower Feuerwehr-Kameraden überall am Rande des Festgeländes entzündet hatten, stärkten sich Aktive und Gäste mit frisch Gebackenem, Gegrilltem, Geräuchertem und Heißgetränken, bei denen besonders „Der heiße Hugo“ neue Liebhaber fand.
In diese gesellige Atmosphäre fuhren zur Mittagsstunde unter fröhlichem Glöckchenklang der drollig herausgeputzten Haflinger von Kutscher Karl-Heinz Bahr die besonders von den Kindern sehnlichst erwarteten „Ruhner BergGeister“ vor. Der knorrige Riese Ramm (Udo Felsky), das liebliche Putlitzer Burgfräulein Nr. 14 (Jessica Ruhwald) und natürlich Knecht Ruprecht (Reinhard Fichtner) beglückten nicht nur die Jüngsten mit ihren kleinen Gaben, sondern forderten alle, Groß und Klein, zum Weihnachtslieder-Wettsingen heraus.

Als Preise winkten u.a. ein lebendiger Schuppenkarpfen von Müritzfischer Bartels, eine originelle Festtagstorte vom Stall-Café „Op’n Snack“ aus Muggerkuhl, leckere Marnitzer Rosinenstollen von Bäcker Mohr sowie knackige Walnüsse. Der begeisterte Beifall des Publikums vergab die Hauptpreise an die etwa zwölfjährige Jessica aus Slate für ihre Version der „Weihnachtsbäckerei“, an zwei Marnitzer Jungen mit ihrem Weihnachts-Rap sowie an ein weibliches Gesangstalent namens Antje aus Krumbeck im Brandenburgischen.

Als sich das 13. Turmblasen in den Ruhner Bergen bei Sonnuntergang seinem Ende zu neigte hatten auch die heimischen Forstleute um Hanno Gutsche und Hartmut Bengs alle ihre frisch geschlagenen Weihnachtsbäume „an den Mann gebracht“ bzw. ganze Familien wie die Siems aus Marnitz mit ihren „mindestens zwei Meter hohen“ Sonderwünschen glücklich gemacht. Für diese erstklassigen Karbower Küstentannen, Blau-, Stech- oder Omorikafichten sowie „Nordmänner“ der Landesforst war man nicht umsonst von weit her angereist.



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