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Jagdhornbläser : Klänge wie beim Sonnenkönig

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Beim Workshop in Damm war am Wochenende Generalprobe für den Tag des Jagdhorns am 18. Juni in Redefin

von
erstellt am 10.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Sie bringen Instrumente zum Klingen, wie sie schon im 17. Jahrhundert bei Sonnenkönig Ludwig XIV. auf seinen Jagden zu hören waren: Parforcehorn-Bläser des Landesjagdverbandes.

Am Sonnabend und Sonntag trafen sich ca. 30 Teilnehmer zu einem Workshop im Pfarrhaus in Damm, die auf den ursprünglich aus Frankreich stammenden Parforcehörnern und auf den in Deutschland geschichtsträchtigen Plesshörnern übten.

„Es dient der Vorbereitung des Tages des Jagdhorns“, erklärt Michael Kuhn, Obmann für Brauchtum im Landesjagdverband. Der ist am 18. Juni im Landesgestüt Redefin geplant mit einem umfangreichen Programm. Bei der ersten Veranstaltung dieser Art im Jahr 2014 kamen über 4200 Besucher.

Für den Workshop in Damm hatten sich die Jagdhornbläser Unterstützung von Berufs-Musikern geholt. Zu den Dozenten zählten Christoph Moinian, Solohornist an der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin, sowie die Profi-Hornisten Michael Mull und Stefan Oetter aus Lübeck.

Die Tage in Damm wurden gemeinsam vom Landesjagdverband und dem Jaghornbläser Workshop Verein organisiert, wie dessen Vorsitzende Rica Düde-Grandke erklärt. Der Verein ist in ganz Mecklenburg-Vorpommern aktiv, will die Qualität des Jagdhornblasens unterstützen und den Nachwuchs fördern. Dazu werden auch in kleineren Gruppen Seminare organisiert.

Workshops wie am Wochenende finden seit 18 Jahren statt. Und das zweimal im Jahr: im Frühjahr für Erwachsene, in den Herbstferien für Kinder und Jugendliche. Es gab sie schon in verschiedenen Jugendherbergen im Land.

In den letzten beiden Jahren war aber jeweils Damm der Austragungsort. Wegen der Nähe zur Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes und der guten Bedingungen mit der schönen Natur, wie SVZ erfuhr.

Die Bläser, die am Wochenende in Damm übten, kamen nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern, sondern beispielsweise auch aus Niedersachsen und sogar aus Dortmund. Für sie war es die Generalprobe für den Tag des Jagdhorns. Doch in Redefin treten noch weit mehr Bläser auf. Gerechnet wird mit ca. 300.

Derzeit gibt es im Bundesland etwas 50 Jagdhornbläsergruppen, sagt Michael Kuhn. Er schätzt, dass etwa 500 Bläser über den Landesjagdverband aktiv sind. „Wir haben noch guten Zulauf“, erklärt er. Aber es ist auch nicht so einfach, junge Leute zu finden.

Der ehrenamtliche Verantwortliche für das Brauchtum ist selbst Jagdhornbläser und müht sich aktiv um Nachwuchs, indem er an der Ganztagsschule in Zarrentin einen Kurs anbietet. Es ist eine Herausforderung, die Kinder gegen die Konkurrenz von Handy und Co. für das Blasen auf Jagdhörnern zu begeistern, dessen Erlernen doch sehr viel Geduld erfordert. Aber immerhin halten vier Kinder zur Stange, berichtet Michael Kuhn.

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