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Kinderwagen-Gang erlebt ihr erstes Weihnachten

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erstellt am 23.Dez.2011 | 03:32 Uhr

Parchim | Wissen Sie noch, wer diese kleine Rasselbande ist? Genau, das sind Kati, Amy Sue, Emil, Jonas, Louis, Kimberly und Lina - Ihnen vielleicht besser bekannt als die "Kinderwagen-Gang" von Parchim. In den vergangenen Monaten haben wir sie und ihre Mamas immer wieder besucht, haben quasi miterlebt, wie die Knirpse sitzen lernten, wir haben buchstäblich mitgelitten, als sie ihre ersten Zähnchen bekamen und uns gefreut, als sie endlich das Töpfchen als Thron akzeptierten. Vor wenigen Tagen haben wir uns erneut mit den Muttis verabredet. Ob es das letzte Mal sein wird? Kann schon sein. Denn das Babyjahr, das für eine der Muttis, nämlich für Luisa Wandschneider bereits Anfang September endete, als sie ihre Ausbildung zur Kindergärtnerin in Schwerin begann und Töchterchen Lina in ihre Krippenära startete, neigt sich nun auch für die anderen dem Ende zu. Job und Ausbildung warten auf alle. Nur eine hat noch Zeit, weil sie ein weiteres Jahr mit Töchterchen Kati zuhause bleibt. "Und ich werd’ mir wohl neue Muttis suchen", lacht Katharina. "Denn ohne Euch wird mir doch die Decke auf den Kopf fallen." Das könnte gut sein.

Zuhause bei Susi Krumm, wo der Weihnachtsbaum schon Tage vor dem Fest geschmückt ist, schauen die Muttis zurück auf die letzten Monate. Beinahe ein Jahr lang haben sie sich täglich getroffen. "Um Eins am Schuhmarkt-Brunnen", das war ihre Parole. Und der blieben sie treu. Wenn es irgendwie ging, nicht irgendwelche anderen Termine dazwischen kamen, egal, ob es stürmte oder regnete. Gemeinsam schoben sie mit den Kinderwagen durchs Parchimer Zentrum und zogen beim Shoppen, beim Spazieren oder Quatschen die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. "Wir sind eine richtig dufte Truppe, waren immer füreinander da, haben uns gegenseitig aufgemuntert und natürlich auch geholfen", sagt Steffi Ahrendt, die stolze Mama von Louis.

Während die Mamas in Erinnerungen schwelgen, über Breis "philosophieren", von Töpfchenerfolgen berichten und sich mit Amy Sue freuen, als die zum ersten Mal fast eine Minute lang auf ihren noch wackeligen Beinchen steht, erkundet die kleine Rasselbande krabbelnd die Krummsche Wohnung. Lina, die Jüngste, kann schon laufen und entdeckt den geschmückten Weihnachtsbaum als erste. Groß und größer werden ihre Augen. Dann haben auch die anderen die Schwelle zur Wohnstube überwunden. Und staunen. Es ist ihr erstes Weihnachtsfest. Doch auch wenn die Erinnerungen daran schon bald wieder verblasst sein werden, für die stolzen Mamas (und natürlich die stolzen Papas) sind es ganz unvergessliche Momente. "Wir genießen unsere letzten freien Wochen", sagt Susi. "Und das ist natürlich mit Freunden und an Weihnachten mit der ganzen Familie ganz besonders schön."

Die Rasselbande - im Dezember, Januar und Februar geboren - wird jetzt so nach und nach ein Jahr alt. So nach und nach werden sich also auch die Muttis aus der Babyzeit verabschieden müssen. "Doch auch wenn wir bald wieder arbeiten gehen werden, wir haben uns vorgenommen, uns auch weiterhin regelmäßig zu treffen", sagt Luisa. "Das Jahr in unserer Kinderwagen-Gang hat uns alle so fest zusammen geschweißt. Das darf nicht einfach so aufhören. Und ich bin mir sicher, das wird es auch nicht."

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