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Kreissportbund : Keine Chance für Parchimer Büro

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Kreissportbund macht Geschäftsstelle dicht, stattdessen wollen die Mitarbeiter zu den Vereinen kommen

von
erstellt am 10.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Sitz ja, Präsenz nein, es bleibt bei der Schließung der Parchimer Geschäftsstelle des Kreissportbunds Ludwigslust-Parchim (wir berichteten). Das sagte der KSB-Vorsitzende Wolfgang Schmülling: „Wir arbeiten nach dem Prinzip, das Ehrenamt vor Ort in den Vereinen aufzusuchen.“ Andererseits wünschen sich viele Sportler im Altkreis Parchim persönlichere Beziehungen zum Kreissportbund. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die die CDU-Kreistagsfraktion in den vergangenen Wochen unter Sportvereinen durchgeführt hat.

Obwohl nicht zuständig, antwortete Landrat Rolf Christiansen (SPD) auf eine Anfrage des CDU-Fraktionschefs Wolfgang Waldmüller illusionslos: Nach Aussage des KSB werde es eine neue Geschäftsstelle in Parchim nicht geben. Allerdings hätte der KSB seit der Fusion in Parchim und Ludwigslust gleichermaßen intensiv nach Räumen gesucht. In der Grabower Allee in Ludwigslust sei man fündig geworden. Wichtig sei eine Garage zur Lagerung von Großsportgeräten gewesen. Deshalb greife auch die Kritik an den Mietkosten nicht (Parchim 100 Euro, Ludwigslust 1200 Euro). Bis September 2016 hatte die Geschäftsführerin des KSB die Geräte und Springburgen ohne Entschädigung privat gelagert.

Die Begründung für das Geschäftsstellen-Aus ist „zu geringer Kundenverkehr“. Nach der Gebietsreform habe der Sport zwei Geschäftsstellen aufrechterhalten sollen, in denen kaum Kundenverkehr herrschte. KSB-Vorsitzender Wolfgang Schmülling: „Die Vereine arbeiten ehrenamtlich und haben nicht die Zeit, in die Geschäftsstelle zu kommen.“

Dem widerspricht das Ergebnis der CDU-Umfrage. Eine Aussage zur Zusammenarbeit mit dem KSB: „Eine wirkliche Zusammenarbeit ist in den vergangenen vier Jahren nicht entstanden. Die bisherige Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund war bis zur Fusion sehr eng und intensiv.“ Was den „geringen Kundenverkehr“ angeht, haben einige Sportler eine Erklärung: „Persönlich im Parchimer Büro ist es schwierig, da dort selbst zu offiziellen Öffnungszeiten selten jemand da ist.“ Allerdings gebe es nach telefonischer Rücksprache Treffen: „Telefonisch oder per Mail sind die Mitarbeiter erreichbar und es gibt auch Antworten und Unterstützung. Die Vernetzung per Mail ist in Ordnung.“

Was Fördermittel betrifft, sieht KSB-Geschäftsführerin Kriemhild Kant keine Benachteiligung: „Alle Vereine aus der Region Parchim, die Anträge stellen, haben Fördermittel erhalten. Die Parchimer Vereine erhielten von den kreislichen Fördermitteln für die Einzelmaßnahmen 65 Prozent, nur 35 Prozemt gehen in die Ludwigsluster Vereine. Die Mitgliederzahlen im Altkreis Ludwigslust sind aber um 5000 höher.“ Nach der Kreisfusion seien neue Förderfelder erschlossen worden, die vorher nicht bekannt gewesen seien.

Kriemhild Kant plädiert deshalb für die direkte Kommunikation: „Die Vereine wissen, dass sie mich Tag und Nacht anrufen können und machen es auch.“ Im vergangenen Jahr seien im ersten Halbjahr pro Monat durchschnittlich zwei Sportler in der Parchimer Geschäftsstelle gewesen.

CDU-Mann Wolfgang Waldmüller sieht das anders: „Die gute finanzielle Ausstattung der Geschäftsstellen der Kreissportbünde würde die Unterhaltung zweier Geschäftsstellen als Anlaufpunkte für das Ehrenamt im Sport in Flächenkreisen wie Ludwigslust-Parchim durchaus zulassen. Präsenz scheint hier ein nachgefragtes Gut zu sein. Da nun 50 Prozent der Befragten eine Geschäftsstelle in Parchim erwarten, sollte man alles daran setzen, dieses zu ermöglichen.“


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