LewitzRand : Kein Enkeltrick mit Erna!

Ein Teil des Späldeel-Ensembles vor dem großen Auftritt
Ein Teil des Späldeel-Ensembles vor dem großen Auftritt

Pingelhoff Späldeel spielt in Gaststätte „Zur Schleuse“ . Abschluss der Schnitzelwochen gefeiert.

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26. Februar 2018, 05:00 Uhr

Es wurde Zeit, dass das Thema „Enkeltrick“ seinen Weg auf die heimischen Bühnen findet. Vorsorge ist eben besser als der Moment, in welchem das Konto keine schwarzen Zahlen mehr schreibt und der vermeintliche „Enkel“ schon längst mit vollen Taschen das Weite gesucht hat.

„De Pingelhoff Späldeel“ mitsamt ihren zehn Schauspielern stellte in „De verkihrte Adress“ ein leidiges Thema in höchst unterhaltsamer, plattdeutscher Form dar. In der Garwitzer Gaststätte „Zur Schleuse“ fiel bei einer Weihnachtsfeier, quasi „im Brausebrand“, wie Inhaber Tobias Warncke erinnert, die Entscheidung, zum Abschluss der jährlich stattfindenden Schnitzelwochen ein Stück der Späldeel aufzuführen - nach 20 Jahren das erste plattdeutsche Stück in dieser Lokalität. Die Gäste dankten es mit einem ausverkauften Haus und einer schier endlos parkenden Autokolonne.

Bei Bratkartoffeln und Schnitzel wurde vorgeglüht und die Plattdeutsch-Kenntnisse der anwesenden Presse von manch einem neugierigen Zuschauer hart auf die Probe gestellt. Ergebnis: Bei der Aussprache glatt durchgefallen, aber ein akustisches Verständnis ist eindeutig vorhanden.

Wahrlich nicht genügend erfüllte Voraussetzungen für ein Engagement bei der Pingelhoff Späldeel. „Plattdeutsch muss man schon können“, so Lotti Jenßen, die heute Abend als Erna Müller in der Hauptrolle dem falschen „Neffen“ auf die Schliche kam. „Und in der Öffentlichkeit auftreten können ist wichtig. Natürlich kommt dann auch das Lampenfieber“ weiß Rolf Holst, der die Auftritte des Schauspieltrupps organisiert und an der Seite von Erna Müller den Ehemann und Kurreisenden Ewald Müller mimte.

Mit flotten Dialogen und schlagfertigen Argumenten zeichnete sich das einstündige Stück aus der Feder von Lotti Jenßen aus, die verrät: „Ich schreibe die Rollen in den Stücken jedem unserer Leute auf den Leib.“

14 unterschiedlichste Werke sind es seit 2004 schon geworden und Westmecklenburg der „Spielplatz“ der Pingelhoff Späldeel, die auch an diesem Samstagabend die Massen mal wieder auf ihrer Seite hatte.

Mona Laudan

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