Flüchtlinge in Parchim : Kein Containerdorf auf dem Festplatz

Der Festplatz in der Bergstraße bleibt für den Martinimarkt.
Der Festplatz in der Bergstraße bleibt für den Martinimarkt.

Mehrere Notunterkünfte im Landkreis sollen wieder aufgegeben werden

svz.de von
13. November 2015, 15:58 Uhr

Auf dem Martinimarkt-Festplatz in Parchim wird kein Containerdorf für Flüchtlinge errichtet. Kreissprecher Andreas Bonin dementierte heute auf Anfrage unserer Zeitung kategorisch entsprechende Gerüchte, die seit einigen Tagen in der Kreisstadt die Runde machen. „Das ist völlig aus der Luft gegriffen. Es hat diesbezüglich keine derartigen Pläne gegeben und es wird auch nie welche geben“, so der Kreissprecher.

Das sensible Thema „Früchtlingsproblematik“ bewog Nico Skiba (CDU) am Mittwoch auf der jüngsten Sitzung des Stadtparlamentes zu einer persönlichen Stadtvertreterintention: Er wünsche sich, dass man in Parchim eine offenere Kultur des Umgangs mit dieser Problematik schafft, indem neue Wege eingegangen werden und Änderungen wie Nichtänderungen besser kommuniziert werden.

Zuvor hatte bereits Stadtpräsidentin Ilka Rohr die Stadtvertreter dazu aufgerufen, auftretende Gerüchte zu hinterfragen, um dem entgegen treten zu können.

Mehrere Notunterkünfte für Flüchtlinge im Landkreis Ludwigslust-Parchim sollen nach und nach aufgelöst werden, war bei einer Beratung des Ordnungsausschusses des Kreistages in dieser Woche in Rom zu erfahren. Die Turnhalle in Zahrensdorf wurde bereits vor wenigen Tagen leer gezogen. Auch die provisorischen Einrichtungen des Landes für die Erstaufnahme in Dargelütz, Hagenow und Heiddorf sollen Schritt für Schritt geschlossen werden.

„Wir haben das Ziel, in absehbarer Zeit alle kleineren Notunterkünfte im Land zu schließen“, erklärte Marion Schlender, die Pressesprecherin des Innenministeriums MV auf Nachfrage der SVZ. „Das hat damit zu tun, dass die Verfahren zur Unterbringung der uns als Land zugewiesenen Flüchtlinge bis zu ihrer Registrierung nun in geregelten Bahnen verlaufen und wir Einrichtungen wie die in Mühlengeez mit ausreichender Kapazität geschaffen haben.“

Auch die als Notunterkunft genutzte Tennishalle in Parchim soll noch in diesem Jahr wieder frei sein, hatte Landrat Rolf Christiansen kürzlich angekündigt (SVZ berichtete). Hier handelt es sich um ein Provisorium, dass der Kreis geschaffen hatte, um registrierte Asylbewerber aufzunehmen, da dezentral kein Platz für die Unterbringung war.

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