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Tatort Schule : Kavaliersdelikte in der Tempo-30-Zone

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Die Adolf Diesterweg Schule in Parchim liegt, wie die meisten Schulen, in einer 30er Zone. Zu jeder Zeit rollt viel Verkehr vorbei. Und sehr, sehr viele Fahrzeuge, schätzen die die Lehrer ein, sind zu schnell unterwegs.

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2012 | 10:35 Uhr

Parchim | Dass ein Pkw in einer Tempo-30-Zone mit 68 Stundenkilometern gemessen wurde - mehr als doppelt so schnell wie erlaubt - das kommt nicht alle Tage vor. Aber es stimmt schon nachdenklich. Der traurige Rekord bringt dem Fahrer 160 Euro Bußgeld, drei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Aber muss man Mitleid haben?

Nein, sagen Lehrer und Eltern der Adolf Diesterweg Schule in der Parchimer Mühlenstraße. Diese Einrichtung liegt, wie die meisten Schulen im Landkreis, in einer 30er Zone. Quasi zu jeder Tageszeit rollt viel Verkehr vorbei. Und sehr, sehr viele Fahrzeuge, schätzen die die Lehrer ein, sind zu schnell unterwegs.

Lange Zeit konnten sie das nur vermuten. Doch seit die Stadt ihren mobilen Geschwindigkeitsanzeiger regelmäßig auch in Höhe des Schulhof-Endes aufstellt, wissen Lehrer, Schüler und Eltern ganz genau, welche Geschwindigkeiten hier wirklich gefahren werden.

"Viele Fahrzeuge fahren hier über dem Limit", sagt Manfred Sprinz, Leiter Stabsstelle Verkehrsüberwachung beim Landkreis, weshalb der auch regelmäßig den Blitzer an der Schule aufbaue. Nicht immer seien die Überschreitungen drastisch. Aber selbst 40, 50 km/h, die womöglich als vermeintliche Kavaliersdelikte abgetan werden, reichen aus. Für ein saftiges Verwarngeld sowieso, manchmal für Punkte, ganz bestimmt aber im Ernstfall. Deshalb ist der Pausenhof der Grundschule auch mit einem hohen Zaun gesichert, stellen die Lehrer morgens wie mittags "Busaufsichten", damit die Kinder nicht minutenlang an der Straße stehen müssen.

Der eingangs erwähnte Bleifußfahrer war übrigens nicht in Parchim geblitzt worden. Doch um genau solchen Rasern einen Denkzettel zu verpassen, gibt es landkreisweit regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen, auch in 30er Zonen an den Schulen. Die letzte an der Diesterwegschule in Parchim fand übrigens erst Anfang der Woche statt. Im morgendlichen Berufsverkehr, und damit zu genau der Zeit, in der sowohl die Grundschule als auch die benachbarte Regionalschule ihre Schüler erwarten: Gut getarnt in einer großen Mauernische der alten Mühle hatte der Messwagen des Landkreises gestanden und die morgendliche Blechlawine ins Visier genommen. "Auswertungen liegen noch keine vor", sagt Manfred Sprinz, "doch dürfte es etliche Kraftfahrer erwischt haben, die es nicht schafften, die 240 Meter lange 30er Zone vorschriftsmäßig zu fahren." Aber eigentlich macht das gar nichts. Bestimmt dauert es bis zur nächsten Kontrolle nicht lang. Und vielleicht klappt es ja dann…

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