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Parchimer Zeitung

20. November 2017 | 05:10 Uhr

Parchim : Kann Wetter auch langweilig sein?

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Zwischen Schweriner und Plauer See leicht zu warm. Normaler Niederschlag

von
erstellt am 03.Mär.2017 | 11:55 Uhr

Für den Wetterfrosch von Hiddensee, Stefan Kreibohm, war der Winter 2016/17 „einfach nur langweilig“. Abgesehen von einem kräftigen Wintersturm an der Küste gab es kaum Höhepunkte. Nur seine Heimatstadt Parchim brachte es am 6. Januar mit Temperaturen von bis zu minus 14 Grad Celsius auf den Negativrekord des ganzen Landes.

Werner Schulz, früher langjähriger Chef der Marnitzer Wetterstation.
Werner Schulz, früher langjähriger Chef der Marnitzer Wetterstation.

Auch der als Wetterfrosch der Ruhner Berge bekannt gewordene Profi Werner Schulz hat sich alle Daten zum Ende des meteorologischen Winters – wurde weltweit auf den 28. Februar datiert – noch einmal genau angesehen. „Neue Rekordwerte wurden zwischen Plauer und Schweriner See nicht gemessen“, so sein Fazit. Mit einer Niederschlagsmenge von 156 Millimetern pro Quadratmeter in den Monaten Dezember, Januar und Februar wurde der langjährige Durchschnitt mit nur drei Prozent überschritten. Auch die Sonne erfüllte die Erwartungen. Mit 146 Stunden schaffte sie fast die Norm. Auch wenn es gefühlt im Norden wieder einmal wenig winterlich zuging, stehen immerhin 17 Tage mit einer „meist dünnen“ Schneedecke zu Buche. Selbst der Wind hat sich in der Region im Zaum gehalten. Nur am 26. Dezember wurde in Marnitz ein Spitzenwert von 23 Meter pro Sekunde gemessen.

 

Spannend ist die Frage, ob die Temperaturen erneut angestiegen sind. Im Dezember – am 5. Dezember sank das Thermometer in Marnitz auf minus 6 Grad Celsius – gab es dann pünktlich zu den Feiertagen und über den Jahreswechsel hinaus deutlich Werte im Plus. Auch der Januar und der Februar folgten wärmer als üblich. Im Fazit war der meteorologische Winter in der Region um 1,6 Grad Kelvin wärmer als die übliche Monatsmitteltemperatur. Daran konnte auch die stürmischen Polarwinde, die Region nördlich der Ruhner Berge am 5. Januar erreicht hatten, letztendlich nichts ändern. Profitiert hat der Schnee, der immerhin örtlich eine Höhe von acht Zentimetern erreicht hatte und verhältnismäßig lange liegen blieb.

Bleibt zu hoffen, dass Bauernregeln nicht immer stimmen. „Ist’s im Februar zu warm, friert man zu Ostern bis in den Darm“, ist überliefert.

Zahlen und Fakten: Winter sagt ade

  • 17 Tage leichte Schneedecke
  • Niederschlagssumme: 156 mm (entspricht 103 )
  • Sonne schien 146 Stunden (97 Prozent des Normwertes)
  • Windspitzen bis 23 m/s

 

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