Kossebade : Kanal repariert ohne viele Erdarbeiten

Baustelle Kossebade: An dieser Stelle sind die Schäden so groß,dass der Abwasserkanal ausgetauscht werden muss.
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Baustelle Kossebade: An dieser Stelle sind die Schäden so groß,dass der Abwasserkanal ausgetauscht werden muss.

Zweckverband Parchim-Lübz saniert in Kossebade erstmals Schmutzwasserkanal von innen

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19. September 2017, 05:00 Uhr

Es ist nicht immer gleich nötig, die ganze Straße aufzureißen, wenn ein Abwasserkanal ersetzt werden muss. Das zeigt das Beispiel Kossebade. Nur auf einem Teilstück mussten sich die Tiefbauer Meter unter die Erde graben. Der größte Teil des Kanals wurde aber mit einem Minimum an Erdarbeiten erneuert.

Erstmalig hat der Wasser- und Abwasserzweckverband Parchim/Lübz (WAZV) hier einen Abwasserkanal mit sogenannten Inlinern saniert. „Das hat sich bewährt und ist nicht das letzte Mal gewesen“, sagt WAZV-Geschäftsführer Lothar Brockmann.Er und Controller Michael Benkmann erklären die Hintergründe: In Kossebade gab es erhebliche Schäden im Kanalnetz, das aus der Zeit Ende der 1970er-, Anfang 1980er-Jahre stammt. Das wurde auch bei einer Kamerabefahrung deutlich.

Dort, wo die alten Steinzeugrohre von der Konstruktion stabil sind, wird ein spezieller Schlauch eingezogen und mit Druckluft aufgeblasen. Dann kommen unter der Erde UV-Strahler zum Einsatz. Durch ihr Licht härtet der sogenannte Inliner aus. Wenn das neue Rohr im alten Rohr sitzt, kommt ein Roboter im Inliner zum Einsatz, der die Verbindung zu den jeweiligen Hausanschlüssen fräst.

Die Technologie funktioniert allerdings nicht überall. Es gab auch in Kossebade Abschnitte, wo die Schäden am Kanal so groß waren, dass die Statik nicht mehr gewährleistet war. Hier musste der Abwasserkanal vollständig ersetzt und demzufolge auch tief gebuddelt werden.

Damit die Preise für solche Bauprojekte nicht ins Bodenlose klettern, schreibt der WAZV sie frühzeitig aus. Zu einem Zeitpunkt, wenn die Firmen noch Aufträge suchen. Wenn man erst im Sommer bzw. Herbst Angebote einholt, sind die Preise bis zu doppelt so hoch, erfuhr SVZ aus dem Verband. 25 Jahre nach dem Bau von vielen Kläranlagen wird mittlerweile auch der Austausch von Maschinenteilen nötig, war aus dem WAZV zu hören. Das betrifft vor allem die Rechen für die erste Reinigungsstufe, durch die grobe Inhaltsstoffe vor dem Klärprozess zurückgehalten werden. In Stolpe wird ein neuer Rechen installiert. Ebenso in Dobbertin, wo durch eine Havarie die komplette Rechenanlage ausfiel. Dadurch konnten in Dobbertin in diesem Jahr keine Fäkalien mehr angenommen werden. Die Anlage wird dringend gebraucht für die Entsorgung der Kleinkläranlagen.

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