Tessenow : Kaiserwetter in Fürstlich Poltnitz

Alle Mitwirkenden des Festumzugs stellten sich zum Gruppenbild auf. Fotos: Horst Kamke
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Alle Mitwirkenden des Festumzugs stellten sich zum Gruppenbild auf. Fotos: Horst Kamke

Festzug zur Feier des 700-jährigen Bestehens zeigt fast 20 Bilder aus der Geschichte von drei Dörfern

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24. September 2017, 21:00 Uhr

700 Jahre „Fürstlich Poltnitz“ mit Hof Poltnitz, Poitendorf und dem Dorf Poltnitz. Ein respektables Alter für eine damals heiß umkämpfte Grenzregion, wie Bürgermeister Reinhard Müller das Beharrungsvermögen ihrer Einwohner am Samstag bei der Jubiläumsfeier auf dem Schützenplatz lobte. „Bei uns ist viel gebrandschatzt worden.“ Poltnitz wurde 1317 erstmals als Polteniz urkundlich erwähnt. Der Name stammt vom altslawischen Wort für „Fleisch“ ab, was auf einen ehemaligen Schlachtplatz und eine Gerberei für Tierhäute hindeutet.

Der demografische Wandel, so Müller, sei auch an Poltnitz nicht spurlos vorbei gegangen. Nach einem deutlichen Einwohnerschwund seien jedoch inzwischen viele Kinder von Alteingesessenen zurückgekommen, um hier ihre Elternhäuser zu übernehmen oder sogar Neubauten zu errichten. „Woanders gilt es als Luxus, auf dem Land zu leben.“ Der Bürgermeister erteilte jeglichen Fusionsgedanken eine klare Absage, was ihm viel Beifall bescherte.

Für ihr Jubiläum hatten die drei Ortsteile mit nahezu 20 Nummern für ihren Festzug fast ebensoviele zustande gebracht wie die Gemeinde Tessenow zum Ernteumzug. Dieser Lindwurm hatte sich nach seinem Weg durch Zachow, Tessenow, Malow, Hof Poltnitz und Poitendorf im Kreuzweg an der Poltnitzer Kapelle dem Festzug angeschlossen.
Bürgermeister Müller kam dabei mit seiner Frau Maria-Jeanne als Dorfschulzen im Biedermeier-Kostüm daher, beschützt von Ritter Dirk. Märchenhaftes steuerten Natascha, Hermine, Erik und Ragnar mit einem leibhaftigen Einhorn bei. Markt- und Kartoffelfrauen, eine Lehrerin mit ihren Schülerinnen, ein Müller mitsamt Geselle, Tagelöhner, Offiziere, ein Schuster, junge Pioniere, Klönsnackers, ein Handarbeitskreis, Schlachter, Bäcker, Ortspolizisten, Gastwirt, Imker, Milchbauern und Gärtner erinnerten ebenso an frühere Zeiten wie eine fahrbare Dorfschmiede. Nachbarn aus Ziegendorf waren auf dem Anhänger eines Lanz-Bulldozers aus den 30er Jahren herbeigetuckert. Aber auch eine restaurierte Simson oder das Gerätefahrzeug der Poltnitzer Feuerwehr waren mit ihrem Baujahr 1985 nicht mehr die Jüngsten.

Sämtliche Nummern dieses Festzugs wurden auf dem Schützenplatz von Diskjockey Perry Neudhöfer (Plau) ausgiebig vorgestellt und mit viel Beifall belohnt. Die Kostüme kamen allesamt aus dem reichen Fundus von Markus Lehmann aus Meiersdorf. Mit mehrfachen Salutschüssen eröffneten das 1. Mecklenburger Böllerkorps 1996 der Grabower Schützenzunft 1655 danach ein Heimatfest, bei dem Alt und Jung gleichermaßen auf ihre Kosten kamen. 

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