Parchim : „Kahlschlag“ für Park der Zukunft

Schon der Großherzog zu Mecklenburg liebte die stattlichen Bäume der Parchimer Wallanlagen.
Schon der Großherzog zu Mecklenburg liebte die stattlichen Bäume der Parchimer Wallanlagen.

In kommender Woche sollen Fällarbeiten in Wallanlagen beginnen

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07. Januar 2018, 05:00 Uhr

Die Nachricht aus dem Rathaus lässt aufhorchen: Die wohl größte Baumfällaktion im Parchimer Stadtgebiet soll in wenigen Tagen starten. Der Plan steht: Hundert stattliche Bäume werden der Kettensäge zum Opfer fallen. Und auch der Ort der Aktion ist spektakulär. Es handelt sich um die Wallanlagen, eine denkmalgeschützte Parkanlage an der gleichnamigen Allee, die schon dem Großherzog zu Mecklenburg Friedrich Franz sehr am Herzen lag. „Der genaue Beginn der Fällaktion steht noch nicht fest. Darüber kann erst nach der Bauanlaufberatung am 9. Januar informiert werden“, hieß es gestern auf Anfrage aus dem Rathaus. Nachdem im Juni der Fördermittelbescheid zur umfangreichen Sanierung der Wallanlagen bei der Stadt Parchim eingegangen ist (wir berichteten), nimmt nun die Ausführung der Arbeiten Gestalt an.

Im Spätherbst des vergangenen Jahres hat die Stadtverwaltung bereits auf einer Bürgerinformationsveranstaltung bekannt gemacht, dass ab der zweiten Januarwoche mit den umfangreichen Baumfällarbeiten in der Parkanlage begonnen wird. Es seien vorbereitende Arbeiten vor der eigentlichen Sanierung. Bis spätestens 28. Februar ist der Spuk in der dann „ausgelichteten“ Parkanlage wieder vorbei. Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt bekanntlich nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar derartige Fällarbeiten auszuführen, um die Vogelwelt zu schützen.

Für die Experten ist die Fällung von hundert Bäumen im Rahmen der denkmalgerechten Sanierung alternativlos. Dafür werden vor allem zwei Argumente ins Feld geführt: Einige der Bäume sind nicht mehr standfest und gefährden die Verkehrssicherheit der Besucher der Parkanlage. Gleichzeitig wird dem Wildwuchs der Garaus gemacht und frühere Blickachsen bzw. Sichtbeziehungen können wieder hergestellt werden. Alle nicht historisch belegbaren Bäume fallen der Säge zum Opfer. Später sei geplant, hier rund 100 Bäume neu anzupflanzen. Während der Fällarbeiten kommt es im Bereich der Wallanlagen zu Einschränkungen. Eine Komplettsperrung ist möglich. Das sollten auch Kinder auf dem Weg zur Schule und Radfahrer berücksichtigen.

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