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Parchimer Zeitung

24. November 2017 | 19:56 Uhr

Parchim : Junges Team wagt neue Wohnidee

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Investoren bauen im ehemaligen Jobcenter in der Putlitzer Straße in Parchim Tagespflege und Wohngemeinschaft

svz.de von
erstellt am 28.Dez.2015 | 15:08 Uhr

Das ist ein Novum für die gesamte Region: In Parchim entstehen bislang einzigartige Wohngemeinschaften (WG) für Menschen, die pflegebedürftig sind, aber  nicht ins Heim wollen. Jeweils zwölf   Zimmer – jedes davon mit eigenem Sanitärtrakt – bilden eine  solche WG. Für jede Wohngemeinschaft gibt es Gemeinschaftseinrichtungen – vor allem eine äußerst geräumige Wohnküche, aber auch zusätzlich   Bäder für Pflegebedürftige. Drei solcher Wohngemeinschaften sind geplant, insgesamt mit 36 Zimmern.

 Der Ort: Das ehemalige Jobcenter in der Putlitzer Straße – direkt neben Rewe und schräg gegenüber von der Kreisverwaltung. Die Investoren sind junge Leute aus der Region: Andreas Haunschild und  Marco Weise, Inhaber eines privaten Pflegedienstes   in Klinken.

„Ich bin total aufgeregt“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin Katrin Vlachojannis, als sie das Haus zeigt, das noch eine Baustelle ist, aber zum Frühjahr eröffnen soll. „Wir haben schon Anmeldungen. Die meisten, die sich interessieren, sind alte Leute, die die Heimgeschichte nicht wollen. Sie wollen noch selbstständig leben.“ Man sei für alle Menschen offen, die   in der Gemeinschaft leben wollen, erfährt SVZ. Es gebe auch viele junge Leute, die beispielsweise nach einem Unfall im Heim leben, wenn sie nicht zu Hause gepflegt werden. Wichtig sei, dass die Menschen, die in den  Wohngemeinschaften wie in einer Familie zusammenleben, auch zusammenpassen. „Die zwölf Leute sollten sich schon einig sein“, so  Vlachojannis. Gewollt ist, dass  sich die Bewohner untereinander helfen. Die Gemeinschaft entscheide   selbst, wen sie für die Pflege und als Hilfe engagiert.

Hinter dem spannenden Projekt   steckt das Team von Pflege Daheim, das Sabine Haunschild gegründet hatte. Sie war von Schwerin nach Klinken gezogen und hatte sich 1997 selbstständig gemacht. Von ihr übernahm ihr Sohn Andreas die Firma, später stieg sein Cousin Marco Weise mit ein.

Andreas Haunschild wollte zunächst  Außenhandelskaufmann werden. Ihn zog es zur Ausbildung nach Hamburg und später nach Baden/Württemberg. Dann kehrte er zurück in die Firma seiner Mutter. Bei der Übernahme   2006 war er der jüngste Pflegedienstverantwortliche in  Mecklenburg-Vorpommern.

Sein Cousin Marco Weise lernte nach dem Abitur Bauzeichner, studierte Bauingenieur, lernte Steuerfachangestellter. Zwischendurch arbeitete er im Pflegedienst seiner Tante, fand Gefallen, schob die Ausbildung  zum Altenpfleger nach, qualifizierte sich zum Pflegedienstleiter und ist seit 2013 ebenfalls Geschäftsführer.

Die aus Parchim stammende Katrin Vlachojannis hatte  Zahnarzthelferin und Krankenschwester gelernt, in der Notaufnahme und der Psychiatrie in Frankfurt/Main gearbeitet und Pflegemanagement studiert. Aus privaten Gründen hatte sie   Frankfurt den Rücken gekehrt, um ihre Diplomarbeit in Parchim zu Ende zu schreiben. Hier hatte sie zuletzt bei einem anderen Träger in der Pflegedienstleitung gearbeitet.     Im Rahmen ihrer Studien war sie auch mit den Chefs von Pflege Daheim in Kontakt gekommen.  Für sie war nach den Gesprächen  klar, man sei auf einer Linie, und: „Ich lasse alles stehen und liegen, und bin die Dritte im Boot.“

Pflege Daheim ist stark gewachsen und beschäftigt   50 Mitarbeiter im ambulanten Pflegedienst zwischen Parchim und den Stadtgrenzen zu Schwerin. Zwischenzeitlich haben die Klinkener in Crivitz betreute Wohnungen und eine Tagespflegeeinrichtung aufgebaut. Im März soll ihr neues Projekt   in  Parchim eröffnen. Es beinhaltet neben  den drei Wohngruppen für 36 Leute eine Tagespflegeeinrichtung mit 30 Plätzen. Außerdem mietet sich  der ASB in das Gebäude ein.

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