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Parchimer Zeitung

13. Dezember 2017 | 10:24 Uhr

Parchim : Junge Imker schaffen Bienenlehrpfad

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In Zukunft wollen die Jungen Imker aus Parchim ihr Wissen mit anderen Altersgefährten teilen und ihnen die Bedeutung der Honigbiene näher bringen. Dazu ist neben dem Bienenstand ein kleiner Lehrpfad geschaffen worden.

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erstellt am 27.Aug.2013 | 10:34 Uhr

Parchim | Sie sind ein großes kleines Wunder der Natur - die Honigbienen. Für 300 Gramm Honig muss eine Biene rund 20 000 Mal ausfliegen. Was diese unermüdlichen Arbeiter noch so alles auf dem Kasten haben und warum die Menschheit ohne sie nicht leben kann - darüber wissen Vanessa Dann (12) und ihr Bruder David (11), Marie-Nicole Senura (13) und Nik Fröhlich (13) aus der Fritz-Reuter-Schule schon sehr genau Bescheid.

Einmal in der Woche treffen sie sich in der Arbeitsgemeinschaft "Junge Imker" an der Seite der beiden Profis Margret Peters und Karl-Heinz Barden vom Parchimer Imkerverein. Mittlerweile tragen die Nachwuchsimker sogar Mitverantwortung über inzwischen drei Völker, zweimal konnte bereits eine Honigernte eingefahren werden. Ein Teil der Ausbeute ist Anfang Dezember auf dem Adventsmarkt vor der St. Marienkirche zu haben - reiner Parchimer Blütenhonig in 1A-Qualität. "Nur zu empfehlen", schwärmt Ingrid Weiß, Schulsozialarbeiterin an der Fritz-Reuter-Schule. Und auch die Vorsitzende der Parchimer Bürgerstiftung, Regine Wetzig, zeigte sich nach einer Kostprobe begeistert.

In Zukunft wollen die Jungen Imker ihr Wissen gern mit anderen Altersgefährten teilen und ihnen die Bedeutung der Honigbiene näher bringen. Dazu ist ein kleiner Lehrpfad geschaffen worden. Die symbolische Einweihung nahmen Margret Peters, Karl-Heinz Barden sowie die Schüler zum Anlass, um sich bei allen zu bedanken, die der Arbeitsgemeinschaft seit ihrer Gründung im Jahr 2009 auf vielfältige Weise geholfen haben: Als Schulsozialarbeiterin an der Grundschule West begleitete damals z. B. Barbara Schlott unheimlich engagiert die ersten Schritte des Projektes. Mit Fördergeldern der EU und des Landes sowie der Unterstützung der Parchimer Bürgerstiftung konnte in die Ausrüstung investiert werden. Der Leiter der Parchimer Stadtforst, Danilo Klaus, sein Vorgänger, Erhard Bach sowie Revierförster Frank Möller halfen bei der Suche nach einem geeigneten Platz für den Bienenstand in Kiekindemark. Ein Winterquartier sowie ein Treffpunkt an Nachmittagen, an denen das Wetter nicht so toll ist, steht den jungen Bienenfreunden in der Fritz-Reuter-Schule zur Verfügung. Ein Kooperationsvertrag zwischen der Schule und der Arbeitsgemeinschaft des Imkervereins ist bereits unter Dach und Fach. Immer offen stehen die Türen für die Jungen Imker sowie den Parchimer Imkerverein bei Birgit Naxer in der Kontakt- und Informationsstelle für freiwilliges Engagement. Sie ist künftig auch gern bereit, im ZiP-Büro unter Telefon 03871/632167 Anfragen von Schulen entgegen zu nehmen, die im Rahmen des Unterrichtes oder eines Wandertages den Lehrpfad besuchen möchten. Die Aufsteller sind übrigens in der Tischlerei der Produktionsschule Westmecklenburg gefertigt worden.

Natürlich erhofft sich der langjährige Imker Karl-Heinz Barden, dass der ein oder andere Schüler durch die Arbeitsgemeinschaft Lust bekommt, sich eines Tages auch der Imkerei zu verschreiben. In erster Linie wollen Karl-Heinz Barden und Margret Peters den Kindern jedoch botanische Kenntnisse vermitteln, ihnen ein Gefühl für die Natur geben und die Schüler in sozialen Kompetenzen bestärken: Verlässlichkeit, eine ruhige Ausstrahlung, Konzentrationsfähigkeit, die Bereitschaft, mal etwas nicht so Wichtiges hinten an zu stellen. Wenn Nik sich heute goldgelben Honig aufs Brötchen träufelt, tut er das schon mit einer gehörigen Portion Respekt vor dem Lebensmittel. "Ich weiß, wieviel Arbeit damit verbunden ist, bis ein Glas Honig zusammenkommt", sagt er. Mit ihrem erworbenen Wissen konnten Vanessa, David, Marie-Nicole und Nik in diesem Sommer auch beim Landesjugend-Workshop in der Naturschutzstation Zippendorf punkten. Sie belegten im Leistungsvergleich sogar einen ersten Platz, doch weil Margret Peters als 2. Vorsitzende des Imkerlandesverbandes das Treffen von zehn Arbeitsgemeinschaften des Landes organisierte, traten die Parchimer außerhalb der Konkurrenz an. Die Fahrkarte zum Bundesausscheid im Frühjahr 2014 haben sie sich dennoch verdient.

Der Bienenlehrpfad als Ergänzung zu dem auf dem Forsthof geplanten waldpädagogischen Zentrum soll künftig noch weiter "wachsen": Im kommenden Jahr können Besucher schon vor einer Schaubeute ihren Beobachtungsposten beziehen und das emsige Treiben der großen kleinen Wunder der Natur studieren.

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