Parchim : Jugendzentrum nicht auf Eis

Nur noch marode Bausubstanz: Die Begegnungsstätte der Alternativen Jugend.
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Nur noch marode Bausubstanz: Die Begegnungsstätte der Alternativen Jugend.

Stadt hat für Alternative Begegnungsstätte am Schwarzen Weg für dieses Jahr 150 000 Euro eingeplant. Uhr für marode Immobilie tickt

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24. März 2016, 08:00 Uhr

Die Stadt wird den Verein Alternative Jugend nicht im Regen stehen lassen. Das versicherte Parchims Bürgermeister Dirk Flörke ausdrücklich auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Sanierung der bruchfälligen Begegnungsstätte des Vereins am Schwarzen Weg gehört zwar nicht mehr zu den Schlüsselprojekten des dieser Tage von den Stadtvertretern beschlossenen aktualisierten Integrierten Stadt-entwicklungskonzeptes (ISEK), doch es sei keinesfalls das Bestreben der Stadt, dass dem Verein der Pachtvertrag gekündigt wird und die Menschen sich selbst überlassen werden, so Flörke.

Dieser Tenor herrscht auch bei den Stadtvertretern. Allerdings sollen die Meinungen da weit auseinander gehen, was man bereit ist, in die sehr marode Bausubstanz zu stecken, nachdem erste Kostenschätzungen sich offenbar schon auf einen Investitionsbedarf von über 600 000 Euro zubewegten. Nägel mit Köpfen gemacht werden soll jetzt nach der Prämisse: „Man muss den Leuten helfen, aber in einem verträglichen Rahmen.“ Der Kompromiss, was möglich ist, und die Zeitschiene sollen nun in den kommenden Wochen konkret definiert werden, versichert der Bürgermeister. Ein letzter Vor-Ort-Termin fand auf Einladung von Stadtpräsidentin Ilka Rohr Anfang Februar am Schwarzen Weg statt.

Der vor zehn Jahren gegründete Verein Alternative Jugend hatte sich noch vor einem Jahr große Hoffnung auf einen Ersatzneubau mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gemacht, nachdem ihre Begegnungsstätte als Schlüsselprojekt in das im Februar 2015 von der Stadtvertretung beschlossene ISEK aufgenommen wurde. Das geschah offenbar auf Anregung des Wirtschaftsministeriums, weil es dieses Projekt als besonders förderfähig einschätzte. Als Realisierungszeitraum war von 2016 die Rede. In den zurückliegenden Monaten sind die strategischen Ziele der Stadt allerdings noch einmal aktualisiert worden. Ein flossen dabei auch die Ergebnisse dreier Bürgerforen im Sommer vergangenen Jahres. Aus Sorge, dass das Jugendzentrum künftig womöglich komplett aufs Eis gelegt wird, wandten sich die Alternativen bereits im November vergangenen Jahres im Rahmen der Bürgerfragestunde an die Stadtvertreter. Finanzausschussvorsitzende Cordula Hohmann stellte damals gleich klar, dass für die Begegnungsstätte Mittel im 2016er Etat eingeplant seien. Und das ist seit der jüngsten Stadtvertretersitzung, auf der Haushalt verabschiedet wurde, auch beschlossene Sache. Vorgesehen sind für dieses Jahr 150 000 Euro, wovon wohl ein Großteil für die Sanierung des löchrigen Dachs drauf gehen dürfte. Im aktuellen ISEK (Stand: Dezember 2015) ist festgehalten, dass der Erhalt der Einrichtung angestrebt wird, nachdem aber auch klar zum Ausdruck gebracht wird, dass die Uhr für die heruntergekommene Immobilie im Besitz der Stadt tickt und die Aufrechterhaltung des Betriebes langfristig nicht möglich ist. Bürgermeister Flörke: „Wir werden uns der Verantwortung voll stellen.“
 

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