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Parchimer Zeitung

11. Dezember 2017 | 18:19 Uhr

Parchim : Jugendweihe im Aufwärtstrend

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Feiern starteten am Wochenende mit 170 Teilnehmern allein aus der Parchimer Region

170 junge Menschen empfingen am vergangenen Sonnabend in Parchim ihre Jugendweihe. Mit ihren Geschwistern, Eltern, Großeltern, Verwandten und Freunden reichte das, um die Stadthalle für drei Durchgänge der feierlichen Zeremonie zu füllen.

„Die Teilnehmerzahlen steigen wieder“, freute sich Birgit Hähnel vom Regionalbüro des landesweiten Jugendweihevereins. Wenn sämtliche Termine (29. April in Parchim, 20. Mai in Golchen und 3. Juni in Ludwigslust) vorüber sind, werden in diesem Jahr im Landkreis Ludwigslust-Parchim insgesamt fast 500 Jugendliche an der Jugendweihe teilgenommen haben. Als Geschenk erhalten sie jeweils eine Rose und die Neuauflage eines Buches über das Erwachsenwerden.

Diesen Lebensabschnitt stufte Kreistags-Linken-Fraktionschef Wolfgang Bohnstedt in seiner Ansprache als wertvolle Zeit zwischen Abschied aus dem Elternhaus und Aufbruch in die Eigenverantwortung ein. „Er hält neue Herausforderungen, Spannendes und Unbekanntes bereit.“ Keinesfalls seien pubertierende Kinder ein Problem, sondern wohl eher deren „peinliche“ Eltern. Bohnstedt erinnerte sich daran, wie er seine Erziehungsberechtigten mit seinen schulterlangen Haaren an den Rand der Verzweiflung gebracht hatte oder sein Musikgeschmack als „abartig“ eingestuft wurde. „Vielleicht höre ich genau deshalb heute noch gern Deep Purple oder Karat.“ Jugend sei erschreckend egoistisch, habe bereits 1927 der Schriftsteller Klaus Mann festgestellt. Dazu gehöre, so Bohnstedt, Bestehendes und Althergebrachtes in Frage zu stellen. „Fragt euch daher, wie ihr leben wollt, was euch wichtig ist und worauf ihr verzichten könnt.“ Nicht immer werde es für persönliche Entscheidungen die richtigen Wegweiser geben. „Aber Fehler zu begehen ist nicht schlimm.“ Wer seine Entscheidungen selbstbewusst treffe, verhalte sich anderen gegenüber meist tolerant und respektvoll. Bohnstedt ermunterte die Jugendlichen, ihre Träume zu leben und Visionen zu haben. „Es ist jetzt an der Zeit, euch die Welt zu erobern.“ Dabei dürfe aber keineswegs die Dankbarkeit für die Eltern und Großeltern vergessen werden. Diesen Teil übernahmen im ersten Durchgang offiziell Jona Karsten und Anna-Lena Spotke, die sich – zu Tränen gerührt – bei ihrer Mutter mit einem Blumenstrauß bedankte.

Das musikalische Rahmenprogramm wurde einmal mehr vom Ludwigsluster „Liedtheater Live“ mit jugendgerechten Liedern gestaltet. Zudem sorgten mehrere Kameras dafür, dass die Jugendweihe auf DVD aufgezeichnet und zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.

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