Angeln in Parchim : Jüngere lernen von den Älteren

Geben ihr Wissen an Timo, Marc und Gustav weiter: Stefan Köster und Tim Sievert (v. l).
Geben ihr Wissen an Timo, Marc und Gustav weiter: Stefan Köster und Tim Sievert (v. l).

Tim Sievert und Stefan Köster sind passionierte Angler und engagieren sich ehrenamtlich

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25. Juni 2018, 05:00 Uhr

Für Tim Sievert und Stefan Köster war dieser freiwillige Wochenend-Einsatz schon seit langem ein selbst gewählter Pflichttermin: Ambitionierter Nachwuchs im Kreisanglerverband – 32 Kinder und Jugendliche aus Parchim und Umgebung – hatte seine Zelte auf dem Eichberg aufgeschlagen. Logisch für die beiden 16-Jährigen, dass sie da wieder als verlässliche Helfer auf der Matte stehen wollten. Ihr Part: Fachliches Wissen an die Jüngeren weitergeben und zusammen mit den Betreuern, darunter viele Eltern, ein Auge auf das Geschehen am Ufer des Wockersees oder abends auf die Feuerschale haben.

Für ihren Einsatz haben sich Tim und Stefan in den Winterferien noch zusätzlich fit gemacht. Beide absolvierten einen Lehrgang in Güstrow, um die Jugendleiter-Card zu erwerben. Damit können sie sich jetzt ganz offiziell als ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit ausweisen. Kurz zuvor übernahmen die Beiden bereits Verantwortung im Vorstand der Jugendgruppe.

Tim und Stefan sind sich einig: „Angeln ist die bessere Alternative, als den ganzen Tag nur drinnen zu hocken.“ Sie wollen etwas tun, damit Kinder auch mal den Computer für eine Weile links liegen lassen. Der Beweis, dass es tatsächlich gelingt, Kinder für eine Sache zu ködern, wenn man selbst dafür brennt: Die Jugendgruppe zählt aktuell 104 Mitglieder. Von Nachwuchssorgen kann damit keine Rede sein, bestätigt deren Leiter Bernhard Fandrich. Er gehörte vor 15 Jahren zu den Gründungsvätern der Nachwuchstruppe im Kreisanglerverband Parchim. In naher Zukunft soll sie nun in feste Vereinsstrukturen überführt werden.

Wenn alles nach Plan läuft, können Tim Sievert und Stefan Köster der Gruppe mindestens in den nächsten drei Jahren aktiv zur Verfügung stehen. Tim bekommt am Freitag sein Abschlusszeugnis der Fritz-Reuter-Schule und beginnt in einem Parchimer Meisterbetrieb eine Tischlerlehre. Stefan ist ebenfalls mit der Schule fertig. Er startet demnächst in einem Fachbetrieb in Greven mit der Ausbildung zum Mechatroniker. „Danach muss man sehen, wohin einen die Arbeit führt“, bleibt Tim, der bereits seit früher Kindheit angelt, realistisch. Das Sommercamp gilt alljährlich als größtes Highlight im Veranstaltungsplan der Jugendgruppe. Tim und Stefan finden aus dem Stegreif Argumente, was dieses Zeltwochenende ausmacht: „Man lernt zusammen, man ist in Gemeinschaft, bekommt viel frische Luft und abends kommt der Fang aus dem Wockersee frisch zubereitet auf den Tisch.“ Als Spezialist fürs Filetieren machte Mike Kaiser mal wieder seinem Namen alle Ehre. „Ich hab sogar ein Beweisvideo gemacht“, scherzt der zehnjährige Timo Niemann. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Marc war er am Wochenende mal wieder voll in seinem Element. Warum Timo unbedingt dabei sein wollte? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Die Angelcamps in Parchim sind toll, weil man immer neue Freunde findet, wie zum Beispiel Gustav, und so viel erlebt.“

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