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„Bufdi" im Parchimer Gymnasium : Johannes Müller: Mann für alle Fälle

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Johannes Müller ist der Mann für alle Fälle: Das Bandmitglied von „Chill out“ absolviert einen Freiwilligendienst am Friedrich-Franz-Gymnasium Parchim – er macht hier den „Bufdi“. Sein Berufswunsch: Lehrer.

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erstellt am 18.Okt.2012 | 10:40 Uhr

Parchim | 7.30 Uhr. Friedrich-Franz-Gymnasium Parchim. Für den 19-jährigen Johannes Müller heißt das: von Null auf Hundert in zwanzig Sekunden. Schüler begrüßen, schnell ins Büro schauen, kurze Absprache mit dem Klassenlehrer 7 für das nächste Projekt treffen, Gitarrenunterricht mit einem neuen Interessenten terminieren, nebenbei rasch neue Plakate aufhängen, hier ein aufmunterndes Wort für die gestressten Abiturienten, da "small-talk" mit den Lehrern halten.

Johannes, für die Gymnasiasten nur kurz Joey, ist seit August der neue "Bufdi" -viele nennen ihn noch FSJ-ler- am FFG. Er selbst hat erst im Sommer hier sein Abitur bestanden und findet, dass er damit ideale Voraussetzungen habe. "Ich kenne alle Lehrer, die Gegebenheiten an der Schule und weiß einfach, wie man sich als Schüler fühlt", stellt er fest. Seine beiden Vorgänger als FSJ-ler waren ebenfalls ehemalige Abiturienten und für Hannes war relativ schnell klar, dass er nach seinen Prüfungen nicht gleich zum Studium gehen, sondern noch ein wenig "nachreifen" wollte. "Ich möchte Lehrer werden und finde es unheimlich spannend, verschiedenste Aufgabenbereiche an der Schule kennen zu lernen und mit Jugendlichen zu arbeiten. Vor allem aber kann ich mich ausprobieren, kreativ sein und muss auch lernen, mich zu organisieren." An seiner Seite hat Joey dabei mit Gudrun Oeser die erfahrene Schulsozialarbeiterin, mit der er bereits etliche Projekte auf den Weg bringen konnte. Vielen Parchimern ist Johannes Müller als Bandmitglied von "Chill out" bekannt. Grandios beherrscht er sein Cajon, spielt aber u.a. auch Klavier und Gitarre. Auch davon können die Schüler des FFG profitieren, da Hannes Gitarren- und Schlagzeugunterricht an der Schule anbietet. Zudem unterstützt er den Chor, organisiert und begleitet die großen Veranstaltungen an der Schule, wie z.B. die Soiree und das Weihnachtsprogramm mit. Auch die Lehrer schätzen seine offene und freundliche Art, sodass der engagierte Musiker feststellt: "Ich merke, dass ich für meine ehemaligen Lehrer nicht mehr der Schüler bin und für die Jungen und Mädchen weder Mitschüler noch Lehrer, so bin ich irgendwie dazwischen und das empfinde ich ganz toll, weil ich einen großen Respekt und auch Anerkennung meiner Arbeit sehe."

Zum Teil gestaltete der Bufdi schon ganze Stunden alleine, machte Umfragen, leitete Diskussionsrunden zum Alltag in der Schule und, und, und. Ein Highlight war sicherlich, dass er als Betreuer die Studienfahrt nach London begleiten durfte. Am wertvollsten empfindet es Joey, wenn sich die Kinder und Jugendlichen in seinem gemütlichen Kellerbüro treffen, "ein bisschen chillen" und sich den einen oder anderen Rat holen. Dabei gibt der 19-Jährige auch Nachhilfeunterricht, wenn irgendwo der "Schuh drückt". Betreut werden die Bufdis, von denen es etliche an Mecklenburger Schulen gibt, vom Kinderring Berlin e.V. Besonders der regelmäßige Austausch untereinander, die Seminare und Treffen erachtet Johannes für sehr wichtig, weil so auch Ideen von Schule zu Schule weitergetragen werden. Und Ideen hat er grenzenlos viele. Ein Viertel seines Bufdi-Daseins hat er nun schon absolviert, sodass der Blick nach vorne erlaubt sein darf. "Ich möchte gerne Mathematik und Sozialkunde oder Wirtschaft auf Lehramt studieren." Sein Berufswunsch hat sich nach den ersten Monaten gefestigt und das ist der eigentliche Erfolg, der jetzt schon absehbar ist. Es macht ihm Spaß, vor den jungen Menschen zu agieren und fühlt sich im Mikrokosmos Schule wohl. Die Musik soll dabei nicht zum Studiengegenstand werden, obwohl Musiklehrer doch händeringend gesucht werden. Auch dafür hat Hannes eine Erklärung: "Ich möchte Musik als Hobby sehen, es genießen, zu musizieren und tun und lassen, was ich will und ich glaube, dass es immer ein toller Ausgleich sein wird." Recht hat er. Wenn man sich seine Auftritte live oder Cover-Einspielungen bei Youtube anschaut, muss man sich um Johannes Müller und seine Zukunft keine Sorgen machen, ob als Lehrer oder Musiker. Viel Erfolg dabei!

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