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Parchim : Jobcenter: Gute Zahlen dank Großkreis

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Sektlaune beim Jobcenter in Parchim: Die Zahlen der Hartz-IV-Empfänger gehen zurück. Mehr als 70 Prozent beziehen aber länger als zwei Jahre Leistungen. Die Verwaltung kostet immer noch 17,5 Millionen Euro.

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erstellt am 08.Feb.2013 | 10:05 Uhr

Parchim | Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger im Landkreis Ludwigslust-Parchim geht erwartungsgemäß weiter zurück. Allerdings gibt es keine nach den ehemaligen Kreisgebieten getrennten Statistiken mehr, das sei nicht mehr gewollt. "Nach der Gebietsreform mussten wir neue Strukturen aufbauen und uns neu organisieren. Die Zusammenführung der beiden Jobcenter in Parchim und Ludwigslust ist uns gelungen", so der Vorsitzender der Trägerversammlung des Jobcenters Wolfgang Schmülling auf der gestrigen Jahrespressekonferenz.

Zum 1. Januar 2012 fusionierten die beiden Jobcenter in Parchim und Ludwigslust und Parchim wurde zum Hauptsitz. Um dies auch in der Öffentlichkeit zu demonstrieren, wurden gestern Zahlen veröffentlicht, die den gesamten Großkreis betreffen und nicht mehr die bisherigen Regionen. Konkret heißt dies, dass im Jahre 2012 im Landkreis Ludwigslust-Parchim 7219 Frauen und Männer arbeitslos waren und darüber hinaus nach dem Sozialgesetzbuch II Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes bezogen. Gegenüber dem Jahr 2011 waren das 6,6 Prozentpunkte weniger und gegenüber 2006 ist das sogar ein Rückgang um 37,4 Prozent. "Besonders deutlich ist die Zahl bei den unter 25-Jährigen zurückgegangen, immerhin um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr", weiß der Leiter der Schweriner Arbeitsagentur Dirk Heyden zu berichten. Natürlich spiele der demografische Aspekt eine große Rolle, aber man registriere auch, dass bei "Rückgang der Bevölkerung die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs steige". Waren im Jahre 2005 noch 146 479 sozialversicherungspflichtige Stellen verzeichnet, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 151 640.

Die Freude über positive Zahlen wird allerdings getrübt: Der überwiegende Teil der ALG-II-Bezieher nimmt die Leistungen länger als zwei Jahre in Anspruch. "Mehr als 70 Prozent sind es", sagte Heyden.

Weniger Hartz-IV-Empfänger bedeuten, dass der Finanzhaushalt nicht nur des Jobcenters sich positiv entwickelt, sondern auch der Haushalt des Kreises weniger belastet wird. Trotz Kostensteigerungen durch Tariferhöhung der Mitarbeiter, Energie- und anderen Kosten, konnten die Verwaltungskosten des Jobcenters um 309 000 Euro auf immer noch stattliche 17,5 Millionen Euro gesenkt werden. Ebenso zurück gegangen sind die Leistungen für Unterkunft um rund 1,5 Millionen Euro.

"Ein wachsames Auge haben wir auch im Bereich möglicher Missbräuche der Leistungen", sagt der Geschäftsführer des Jobcenters, Hagen Liedtke. Immerhin rund 1200 Ordnungswidrigkeiten wurde im vergangenen Jahr registriert. Dies sei eine relativ konstante Zahl, genaueres soll im Laufe des Jahres verkündet werden. Mit "Fingerspitzengefühl" befasse man sich auch mit der Problematik der sogenannten "Aufstocker". Das sind Personen, die trotz Arbeit noch eine Grundsicherung beantragen müssen. Allein bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sind es 1959 Frauen und Männer, deren Einkommen nicht zum Leben reicht.

Ein Schwerpunkt für das laufende Jahr bildet die Qualifizierung der unter 35-Jährigen, die keinen Berufsschulabschluss haben. "Gerade in Hinsicht der späteren Rentenansprüche ist es wichtig, diese Personengruppe für den ersten Arbeitsmarkt auszubilden", sagt Heyden. Zu den etwa 1250 Qualifizierungsangeboten zählen die Umschulung innerhalb von drei Jahren zu Altenpfleger/innen oder zu Mechatronikern, um nur zwei Bereiche zu nennen. Auf eine neue Anlaufstelle müssen sich die Jobsuchenden im Laufe des Jahres einstellen. Während das Jobcenter in Ludwigslust im Herbst von der Grabower Allee zum Grandweg (BAMA-Gelände) ziehen wird, schließt die Geschäftsstelle in der Parchimer Scharnhorststraße zum 31. Juli. Ab 1. August werden die Räume des ehemaligen Finanzamtes am Juri-Gagarin-Ring genutzt. Dort befindet sich auch die Geschäftsstelle der Arbeitsagentur und so erhofft man sich eine effektivere Zusammenarbeit im Interesse der Kunden. Die Umzüge an beiden Standorten sollen bei laufendem Betrieb erfolgen.

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