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Parchimer Zeitung

21. Oktober 2017 | 12:38 Uhr

SüdbahN: : Jetzt soll der Kreis ran

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

CDU und Linke wollen Aus für Bahnstrecke Parchim - Malchow nicht hinnehmen / Landkreis soll Trägerschaft übernehmen

von
erstellt am 23.Apr.2014 | 16:32 Uhr

Ist es die letzte Chance für die Südbahn? CDU und Linke wollen zur nächsten Kreistagssitzung im Mai einen Vorstoß zum Erhalt der Strecke von Parchim nach Waren wagen. Der Landtag hatte das Aus beschlossen (wir berichteten).

Nach den gescheiterten Versuchen von Landtagsfraktionen und Einzelpersonen des Landtages, das Aus zu verhindern, soll nun der Landkreis aktiv werden und ein Busersatzkonzept organisieren. „Das muss man aber mit benachbarten Landkreis Mecklenburgische Seenplatte abstimmen“, fordert CDU-Kreistagsfraktionschef Wolfgang Waldmüller.

Auch eine Klage gegen den Landtagsbeschluss ist nicht ausgeschlossen. Die Klagemöglichkeit basiere darauf, dass die Entscheidung der Abbestellung der Südbahn nicht mit den im Landesraum- und Regionalen Raumentwicklungsprogramm formulierten Zielen, insbesondere zur Entwicklung des ländlichen Raumes und der notwendigen nachhaltig ökologisch verantwortbaren Infrastruktur, vereinbar sei. So heißt es im Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg Abschnitt 4 Öffentlicher Personenverkehr: „Um die Erreichbarkeit der Zentralen Orte untereinander zu verbessern, sollen im überregionalen Schienennetz die Strecken / Streckenabschnitte Ludwigslust – Neustadt-Glewe - Parchim – Lübz – Waren vorrangig ertüchtigt werden.“

Wolfgang Waldmüller weiter: „Die mobile Zukunft unseres Landkreises verlangt nach einem integrierten Verkehrskonzept, bei dem auch die Schiene nicht außer Acht gelassen werden darf. Umso wichtiger ist die grundsätzliche Bereitschaft unseres Landkreises schon heute, hier die Trägerschaft für den Bereich der Strecke Parchim – Malchow zu übernehmen und damit den Streckenabschnitt und die durchgängige Linienführung der Südbahn zu sichern.“

Die Idee, um doch noch Züge rollen zu lassen: Der so genannte Eisenbahnverkehrsvertrag könnte vom Land auf den Landkreis übertragen werden. Das Geld, das das Land für den Busverkehr von Parchim nach Plau und weiter nach Malchow zahle, könnte der Landkreis dann nutzen, um Kontakt mit Bahnbetreibern aufzunehmen und eventuell doch noch günstige Angebote bekommen. Am Ende würde das Geld für Busse dann doch noch den Schienenverkehr retten. Aber, darauf legen CDU und Linke Wert, sie wollen keinen Wettbewerb zwischen Bus und Bahn. gute Verzahnung beider Verkehrsmittel und höhere Taktzeiten würden den Öffentlichen Personennahverkehr stärken und den Bewohnern des ländlichen Raumes nützen. Beide sehen den Vorstoß als Alternative, „um nicht aufzugeben“.

Sollten beide Fraktionen sich im Kreistag durchsetzen, müsste Landrat Rolf Christiansen (SPD) wohl einige Kröten schlucken. Er soll dann „die notwendigen Schritte einleiten, um gegen den Beschluss der Landesregierung zur Reduzierung des SPNV zwischen Hagenow und Neustrelitz juristisch vorzugehen, da er eine eindeutige Nichtbeachtung der Festlegungen des Landesraumentwicklungsprogrammes darstellt und somit dagegen verstößt“, heißt es in der Vorlage. Außerdem solle der Landrat mit dem Land „einen Vertrag zur Betreibung des Schienenpersonennahverkehrs als Schienenersatzverkehr auf der Strecke Parchim - Malchow in eigener Trägerschaft“ aushandeln.

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