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Parchimer Zeitung

25. September 2017 | 17:15 Uhr

Feuerwehr Parchim : Jetzt muss Politik liefern

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Jahreshauptversammlung der Parchimer Feuerwehr: Lob für Kameraden, Kritik für den Landkreis

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Mit anerkennenden Worten honorierte Wehrchef Bernd Schröder am Dienstagabend auf der Jahreshauptversammlung die geleistete Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Parchim im zurückliegenden Jahr. Harsche Kritik übte er hingegen am Landkreis mit seinem für Brand- und Katastrophenschutz zuständigen Fachbereich. Bernd Schröder, der seit April 1994 an der Spitze der Kreisstadtwehr steht, platzte regelrecht der Kragen. Mit drastischen Worten sprach er an, was den Aktiven auch in anderen freiwilligen Feuerwehren der Region unter den Nägeln brennt: Es fehle an konkreten, vor allem jedoch kontinuierlichen Ansprechpartnern in der Verwaltung, an tragkräftigen Konzepten zum Beispiel im Gefahrgutbereich, man werde nur noch als Bittsteller gesehen.

Es sei aus seiner Sicht nicht mehr hinnehmbar, dass die Parchimer Truppe ständig ihre Kommunaltechnik für den Landkreis zur Verfügung stellen müsse, wie erst vor wenigen Tagen bei einem Einsatz in Ludwigslust, weil der Landkreis in Sachen Technik und Ausrüstung nicht hinterherkommt. Der einzige komplett bestehende Gefahrgutzug (Ost) muss eine Fläche von der schleswig-holsteinischen Grenze bis zum Plauer See abdecken.

Besonders liegt den Kameraden auch die Frage im Magen, wie es mit der Feuerwehrtechnischen Zentrale Dargelütz weitergeht. Gerüchte, die Zentrale soll ins ehemalige Bundessortenamt nach Neuhof umziehen oder in Spornitz gar ein Neubau für den gesamten Großkreis entstehen, seien der Stimmungslage nicht dienlich. Im Gegenteil! Rückendeckung bekam der Parchimer Wehrleiter mit seiner Kritik an diesem Abend von Kreiswehrführer Uwe Pulss.

Dieser brachte aber auch ein klares Bekenntnis seinerseits mit ins Parchimer Gerätehaus: „Der Standort Dargelütz als Feuerwehrtechnische Zentrale muss bleiben. Mit diesem Standpunkt gehen wir in die Gespräche mit den Fraktionsvorsitzenden. Es passiert nichts, was die Kameraden des ehemaligen Landkreises Parchim missachtet.“ Nach der im November 2016 endlich überstandenen schwierigen Zeit, überhaupt einen handlungsfähigen Vorstand für den fusionierten Feuerwehrverband des Großkreises zu etablieren, warb Pulss mit zupackenden Worten darum, im Verband den Blick nach vorn zu richten und gemeinsam an einem Strang zu ziehen. „Ich kann mich auf die Parchimer verlassen, zusammen bekommen wir das hin, aber es braucht auch etwas Geduld.“

Im zurückliegenden Jahr wurde die Kreisstadtwehr 147 Mal gerufen. „Im Vergleich zu 2015 waren das zwar 43 Einsätze weniger, doch hinzu kommt wieder eine große Anzahl von Ausbildungsdiensten“, unterstrich der Wehrchef. Das Dienstbuch für 2016 listet 40 Brandeinsätze mit 1019 Stunden sowie 60 technische Hilfeleistungen mit 793 Stunden auf. An vier Unfallorten waren die Kameraden 123 Stunden im Einsatz. Die Statistik zählt weiterhin 8 Gefahrguteinsätze (375 Stunden), 8 Ölspureinsätze (266 Stunden), zwei Übungen und fünf Sicherungseinsätze auf. 20 Fehlalarme kosteten die Parchimer Kameraden 232 Stunden ihrer Freizeit.

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