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Grippe-Impfstoff in ausreichender Menge vorhanden : Jetzt ist es Zeit für den kleinen Pieks

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Seit vier Wochen schon sind die Wartezimmer in vielen hiesigen Arztpraxen wieder voller. Husten, Schnupfen und Fieber greifen - kaum, dass der Herbst begonnen hat - um sich. Ein Grund, sich zu sorgen ist das nicht.

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erstellt am 09.Okt.2012 | 07:38 Uhr

Parchim | Seit vier Wochen schon sind die Wartezimmer in vielen hiesigen Arztpraxen wieder voller. Wen wundert’s? Husten, Schnupfen und Fieber greifen - kaum, dass der Herbst begonnen hat - um sich. Ein Grund, sich sorgen zu machen ist das nicht, denn hierzulande werden bisher nur grippeähnliche Erkrankungen, sprich simple Erkältungen, diagnostiziert. Aber, so Dr. Ute Greitens, Leiterin Fachdienst Gesundheit beim Landkreis, die voller werdenden Wartezimmer sind eindeutiges Indiz dafür, dass man vorsorgen sollte: "Jetzt ist die beste Zeit für die Grippe-Schutzimpfung!" Denn erfahrungsgemäß drohe die Grippewelle (die die Südhalbkugel schon erreicht hat) um den Jahreswechsel auch über die Nordhalbkugel zu rollen. Mal mehr, mal weniger. Wer also gesund aus dem Sommer gekommen ist, sollte seine gute Konstitution nutzen und sich bis Anfang November gegen die Influenza impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt dies insbesondere chronisch Kranken, über 60-Jährigen, Schwangeren ab 4. Monat und Menschen, die täglich mit vielen verschiedenen Personen in Kontakt kommen - also etwa Lehrern, Kita- und medizinischem Personal in Krankenhäusern, Reha-Kliniken und Heimen.

Tatsächlich rechnet die Chefin des Gesundheitsamtes in den kommenden Wochen zwar nicht mit Schlangen in den Hausarztpraxen, aber doch mit einer großen Nachfrage nach Impfungen. "Mag sein, dass es anderswo anders ist. In unserem Landkreis jedoch ist die Impfbereitschaft relativ hoch; war es auch in den letzten Jahren. Das Problem besteht meiner Ansicht nach vielmehr darin, dass die Leute an die Grippeimpfung erinnert werden wollen." Früher, sagt sie, sei das einfacher gewesen, da habe man Bescheid bekommen. Heute sei das so ohne weiteres nicht möglich, "müssen die Patienten zuvor eine entsprechende Vereinbarung unterschreiben."

Dr. Ute Greitens übernimmt den Appell, sich jetzt impfen zu lassen, schon allein von amtswegen gern: "Impfwillige kann es nie genug geben. Denn je mehr Leute sich mit dem von der WHO entwickelten Mehrkomponenten-Impfstoff impfen lassen, desto besser ist der Schutz vor einer möglichen Grippewelle." Überflüssig zu fragen, ob sich die Ärztin knapp vier Wochen nach dem diesjährigen Impfstart, ihren Pieks schon abgeholt hat. "Seit über 20 Jahren lasse ich mich impfen, impfe ich meine Familie und alles, was mir vor die Flinte kommt…"

Werbung für das Gesundheitsamt will Dr. Greitens nicht unbedingt machen. "Wir haben den Impfstoff vorrätig, unsere Ärzte impfen selbstverständlich auch, und es gibt auch die Patienten, die seit Jahren zu uns kommen. Vor allem aber sollten die Impfwilligen zu ihren Hausärzten gehen, da die im Zweifel auch ihre Krankengeschichte kennen", so Dr. Ute Greitens. "Wir sind nicht dazu da, in Massen zu impfen, sondern können lediglich Impflücken schließen."

Ganz gleich ob Hausarzt oder Gesundheitsamt - Impfstoff-Lieferengpässe wie in den Nachbarländern Hamburg und Schleswig-Holstein gibt es in der Region offensichtlich keine. Bei der Auslieferung sei es lediglich zu einigen Tagen Verspätung gekommen, da laut Hersteller die Freigabe des Impfstoffes abgewartet werden musste, hieß es auf Nachfrage in der Parchimer Fritz-Reuter Apotheke.

Übrigens: Auch wenn Sie bislang noch keine Bekanntschaft mit der echten Grippe gemacht haben, mit einer vergleichsweise banalen Erkältung können Sie sie gar nicht verwechseln : Typisch für eine Infektion mit saisonalen Influenzaviren sind ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber über 38,5 Grad, trockener Reizhusten, Muskel- und/oder Kopfschmerzen und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit lang andauernder Erschöpfung. Und das Ganze kündigt sich nicht wie eine Erkältung lange an; es passiert plötzlich und verschlechtert sich rasch.

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