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Parchimer Zeitung

23. September 2017 | 06:01 Uhr

Jeder Zehnte zurück in einen Vollzeit-Job

vom

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erstellt am 13.Jun.2010 | 07:27 Uhr

Parchim | Jörg Gützkow hat gerade seine sechste Bewerbung auf den Weg gebracht. "Ich glaube, meine Chancen stehen nicht schlecht", gibt sich der 27-jährige Parchimer zuversichtlich. "Endlich kann ich zeigen, was ich vor Jahren als Mediengestalter gelernt habe", sagt der junge Mann, der seit Eröffnung des gemeinnützigen Kaufhauses "Novi-Life" zum Team gehört und dort im Marketingbereich tätig ist. Das Gemeinschaftsprojekt der Arbeitsgemeinschaft zur Grundsicherung von Arbeitssuchenden (Arge) im Landkreis Parchim und der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) Parchim will als "Sozialkaufhaus mit Chancenpotenzial" Mitarbeiter wie Jörg Gützkow auf den Weg zurück auf den ersten Arbeitsmarkt fit machen. Erste Erfolge gibt es bereits. "Am 7. Mai haben sich die Türen des Kaufhauses geöffnet. Inzwischen haben sich fünf der Mitarbeiter in einen Vollzeitjob verabschiedet", gibt sich Projektleiter Ingo Sonntag zufrieden. Sie arbeiten nun als Servicekraft in einem Tourismusunternehmen, als Maler, Verkäuferin und Teilezurichter in einem Metallbetrieb. Ein weiterer Kollege wird sich heute auf den Weg nach Österreich machen, weil er dort einen Job als Hallen- und Fensterbauer in Aussicht hat. "Nach einigen Startschwierigkeiten scheint das Konzept des ersten Sozialkaufhauses im Landkreis Parchim aufzugehen. Das soziale Projekt für Langzeitarbeitslose mit einem Qualifizierungsanteil von 20 Prozent bringt sichtbare Erfolge in vergleichbar kurzer Zeit", meint Kornelia Gruel als Geschäftsführerin der Arge, die hofft, dass auch künftig ausreichend finanzielle Mittel für derartige Instrumente zur Verfügung stehen. Kunden der Arge erkundigen sich inzwischen gezielt nach Arbeitsmöglichkeiten bei Novi-Life in der Parchimer Brunnenstraße. Für 50 Mitarbeiter gibt es vielfältige Betätigungsmöglichkeiten als Mechaniker, Logistiker, Einzelhandelsverkäufer, Bürokraft, Elektriker, Mediengestalter, Textilreiniger, Schneider oder Tischler. "Für viele ist es der erste Schritt zurück ins Arbeitsleben, den nicht jeder schafft", so Ingo Sonntag. Neun von fünfzig Mitarbeitern, die bei Start dabei waren, haben selbst abgebrochen. "Ansonsten tun wir alles, um die besten Mitarbeiter so schnell wie möglich los zu werden", sagt Sonntag und meint damit natürlich die erfolgreiche Bewerbung der Beschäftigten auf Zeit in einen festen Job.

Das gemeinnützige Kaufhaus, in dem auf 1200 Quadratmetern gut erhaltene Möbel, Textilien, Elektrogroßgeräte, Spielwaren, Fahrräder und Haushaltsgegenstände für einen symbolischen Obolus angeboten werden, zählte bislang rund 450 Kunden. Es sind ausschließlich Arbeitslosengeld II- und Sozialempfänger, die im Landkreis wohnen. "Die Spendenbereitschaft ist groß. Auch Firmen wie BBM Parchim unterstützen uns", so Ingo Sonntag.

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