Parchim : Jeder Tag mit Kindern ein neues Abenteuer

Geburtstagsfest mit kulinarischen Genüssen: Sham (6) und ihre Mama Hamida reichen den Erzieherinnen Gabriela Neupauer (l.) und Brigitte Thieme (r.) eine Kostprobe aus der syrischen Küche. Im nächsten Jahr wird auch Shams Bruder diese Kita besuchen.
Geburtstagsfest mit kulinarischen Genüssen: Sham (6) und ihre Mama Hamida reichen den Erzieherinnen Gabriela Neupauer (l.) und Brigitte Thieme (r.) eine Kostprobe aus der syrischen Küche. Im nächsten Jahr wird auch Shams Bruder diese Kita besuchen.

Vor 30 Jahren wurde in der Parchimer Weststadt eine neue Kindertagesstätte eröffnet: Viele Erzieherinnen der ersten Stunde sind heute noch dort

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10. Juli 2018, 05:00 Uhr

„Es sind die Kinder. Das ist der Beruf, den ich haben wollte und der mir immer wieder neue Herausforderungen bietet. Ich gehe jeden Morgen gern in den Kindergarten.“ Brigitte Thieme braucht keine Sekunde für die Antwort auf die Frage, was das Salz in der Suppe an ihrer Arbeit als Erzieherin ausmacht.

Ihr Kindergarten ist seit genau drei Jahrzehnten eine Einrichtung in der Parchimer Weststadt. Brigitte Thieme war schon dabei, als im Sommer 1988 der symbolische Schlüssel für das neu errichtete Haus übergeben wurde. Und mit ihr Gabriela Neupauer, Silvia Mößner, Anke Stegemann, Martina Dahnke, Kerstin Meßmann, Simone Brandt, Karin Andrees, Grit Seidel, Christine Schmidt sowie Heike Stockhaus. Mit zahlreichen weiteren Kolleginnen, die ihren Beruf mit ebenso viel Herzblut leben, haben sie dem „Kinderland“ über die Jahre hinweg eine eigene Identität gegeben. In der Einrichtung unter der Obhut des DRK-Kreisverbandes wachsen 190 Jungen und Mädchen mit Wurzeln aus aller Herren Länder schon frühzeitig mit dem Verständnis auf, dass sie Kinder einer Welt sind. Auf wunderbare Weise spiegelte das auch die große Jubiläumsfeier zum 30. Kinderland-Geburtstag wieder. Kinder mit ihren Erzieherinnen, Eltern, Großeltern, Geschwistern sowie zahlreiche ehemalige Wegbereiter der Kita feierten ein fröhliches interkulturelles Fest. Für das Wiedersehen mit ihren früheren Kollegen nahm Jutta Tietz gern 120 Kilometer Anfahrt auf sich: Die Erinnerungen an die Bauzeit sind ihr noch sehr präsent: „Wir haben halbe Nächte durchgeputzt und eingeräumt. Mein Mann hat sogar seine Arbeitskollegen aus dem Metallformwerk zur Unterstützung mitgebracht“, erzählt Jutta Tietz, die bis 1992 die Kinderkrippe leitete.

Obwohl sie seitdem nicht mehr in Parchim wohnt, ist das Band zu den ehemaligen Kolleginnen nicht abgerissen. Sehr emotional war auch für Gisela Rickert der Geburtstagsbesuch in ihrer langjährigen Wirkungsstätte, die sie vom Eröffnungstag bis zum Eintritt in den Ruhestand 26 Jahre leitete. „Ich habe mit Stolz die Veränderungen in der Kita wahrgenommen. Den Grundstein haben wir ‚Alten‘ gelegt“, wertschätzt sie die Arbeit des Teams um ihre Nachfolgerin Bianca Meyer-Maak.

Inzwischen begleiten die Erzieherinnen bereits Kinder der Kinder von damals durch die ersten Lebensjahre: So weiß zum Beispiel Juliana Lüders ihren dreijährigen Sohn Elian in der DRK-Einrichtung in liebevoller Obhut. 2019 folgt Elians Bruder Bastian, der vor wenigen Tagen das Licht der Welt erblickt hat. Denn Juliana Lüders möchte nach der Elternzeit selbst wieder für Kinder da sein – als Lehrerin in der nahe gelegenen Grundschule West.

Gleich drei Kita-Plätze auf einen Schlag brauchte Drillingsmutter Anja Gruschwitz vor vier Jahren für ihre Söhne Henri, Leon und Timo (5) . Sie fand sie im Kinderland und ist glücklich damit. Schon Sarah, die 19-jährige Schwester der drei fidelen Jungs, besuchte diese Einrichtung. Anja Gruschwitz hat noch die Bilder vor Augen, wie es vor dem Kita-Bau an diesem Platz ausschaute. „Mein Bruder und ich sind hier früher zum Rodeln hergekommen.“ Als das Kinderland 1988 eröffnet wurde, war Anja Gruschwitz bereits ein Schulkind.

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