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Parchimer Zeitung

23. Oktober 2017 | 12:10 Uhr

Parchim : Jeder dritte Azubi auch ein Student

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

D & W Firmengruppe in Parchim setzt langfristig auf Berufsnachwuchs, der im eigenen Unternehmen ausgebildet wurde

von
erstellt am 22.Okt.2016 | 05:00 Uhr

Jeder dritte Auszubildende in der D & W Firmengruppe in Parchim ist ein Dualer Student bzw. wird nach dem ersten Lehrjahr planmäßig ins Maschinenbau-Studium einsteigen. Von den insgesamt 21 jungen Leuten, die derzeit bei D & W im Bereich Konstruktionsmechanik, Zerspanungsmechanik oder im Büro ihre Ausbildung absolvieren, haben sieben langfristig den Abschluss als Bachelor of Engineering im Visier.

Johann Pradel ist seinem Ziel in diesem Sommer einen bedeutenden Schritt näher gekommen: Seit ein paar Wochen hat der 21-Jährige nämlich seinen Berufsabschluss als Konstruktionsmechaniker sicher in der Tasche. Mehr noch: Der aus Mestlin stammende Jungfacharbeiter beendete die IHK-Sommerprüfung 2016 sogar als einer der Besten seines Jahrgangs. Wenn man dann noch in die Waagschale wirft, dass die Lehrzeit von Johann Pradel zwar wie bei allen anderen Azubis auf einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren ausgelegt war, ihm aber effektiv gerade eineinhalb Jahre blieben, da er bereits ab dem zweiten Lehrjahr die Hochschule in Wismar besuchte und demzufolge nur in der vorlesungsfreien Zeit in seiner Firma sein konnte, muss man ehrlich zugeben: Eine satte Leistung!

Rückblende: Johann Pradel kam 2013 als Abiturient über die klassische, aber von Firmenchefs immer noch als sichersten Einstieg empfohlene Schiene Praktikum zu seinem Ausbildungsbetrieb in der eigenen Heimatregion: Er jobbte in den Sommerferien zwei Monate in der Firmengruppe, die zu den führenden metallver- und bearbeitenden Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern gehört. In dieser Zeit konnte er unter Beweis stellen, dass ihn Technik ernsthaft fasziniert und er mit Metall nicht nur etwas anfangen kann, sondern sogar Spaß am Umgang mit diesem Werkstoff hat. Die Bewerbung um die Lehrstelle war danach nur noch Formsache. Dabei stand für Johann Pradel von Beginn an fest, dass sein Ausbildungsweg nicht nur über die firmeneigene Lehrwerkstatt und Berufsschule, sondern auch über den Hörsaal an der Hochschule in Wismar führen sollte. Als es auf das Ende der Lehrzeit zuging, fokussierte sich der angehende Konstruktionsmechaniker voll auf eine gründliche Prüfungsvorbereitung. Dazu besuchte er u. a. drei Wochen das Schweriner Ausbildungs- und Weiterbildungszentrum (SAZ), das als Bildungsdienstleister auf solche „Fälle“ wie Johann Pradel spezialisiert ist. Außerdem wurde er umfassend von seinem Lehrmeister bei D & W, Norbert Schulz, gecoacht. Überhaupt, so versichert der 21-Jährige, fühlt er sich von seinem Ausbildungsbetrieb sehr gut unterstützt.

Dafür revanchiert sich Johann Pradel auf seine Art, indem er an der Hochschule in Wismar nicht nur sein Pflichtpensum herunterspult. So hat ihn sein Professor zum Beispiel im Tutorium eingesetzt: Der Student betreute im Elektrotechnik-Labor jüngere Semester. Zeitlicher Mehraufwand: bis zu 20 Stunden im Monat, eine Aufgabe, für die er auch künftig zur Verfügung steht. Als einziger Maschinenbaustudent gehörte der 21-Jährige außerdem dem Hochschulsenat an. Er ist das höchste Gremium an der Hochschule, in das studentische Vertreter jeweils für ein Jahr gewählt werden.

Wenn Johann Pradel nach drei Jahren Ausbildungszeit Zwischenbilanz zieht, lautet sein Resümee: „Ich bin voll zufrieden.“ Sein Studium wird er im Sommer 2018 abschließen. Schon jetzt steht fest, dass ihm danach die Türen von D & W ganz weit offen stehen, unterstreicht die Ausbildungsverantwortliche Steffi Birnitzer. Denn das Unternehmen setzt langfristig auf Fachkräftenachwuchs aus der eigenen Schule. Von den fünf Azubis, die am 1. August 2016 am Wiesenring in die Berufsausbildung durchgestartet sind, werden ebenfalls drei parallel ein Studium aufnehmen.

 

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