Parchim : Jede Familie willkommen

„Kita Plus“ heißt das neue Projekt, über das sich Ministerin Birgit Hesse (l.) in der DRK-Kita „Kinderland“ informierte. Begrüßt wurde sie von Wolfgang Waldmüller (Vizepräsident des DRK-Kreisverbandes Parchim), Günter Matschoß (Beigeordneter und 2. Stellvertreter des Landrates) und Kita-Leiterin Bianca Meyer-Maak (v.r.).
„Kita Plus“ heißt das neue Projekt, über das sich Ministerin Birgit Hesse (l.) in der DRK-Kita „Kinderland“ informierte. Begrüßt wurde sie von Wolfgang Waldmüller (Vizepräsident des DRK-Kreisverbandes Parchim), Günter Matschoß (Beigeordneter und 2. Stellvertreter des Landrates) und Kita-Leiterin Bianca Meyer-Maak (v.r.).

Über 40 Prozent der Kinder in Parchimer Kita „Kinderland“ stammen aus nicht deutsch sprechenden Familien.

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04. August 2015, 08:00 Uhr

„Wir betreuen derzeit 168 Kinder von eins bis sieben Jahre. Über 40 Prozent stammen aus nicht deutsch sprechenden Familien, die aus 16 Ländern mit verschiedenen Sprachen, Lebenswegen sowie Erfahrungen hierher gekommen sind. Das stellt uns vor große Herausforderungen“, sagte Bianca Meyer-Maak, Leiterin der Parchimer DRK-Kita „Kinderland“, Ministerin Birgit Hesse.

Die Sozialministerin besuchte am Freitag die Kindertagesstätte. Im Fokus stand die Integration von Kindern und ihren Eltern. Bei einem Rundgang durch die Gruppenräume erklärte Kita-Leiterin Bianca Meyer-Maak die aktuelle Situation in der Einrichtung. „In unserer Kita ist jedes Kind, jede Familie willkommen. Sie anzunehmen mit ihren individuellen sozialen und kulturellen Lebenssituationen ist Grundlage unserer Arbeit“, erzählt die Kita-Leiterin, die großen Wert auf die Willkommenskultur in der Einrichtung legt. Diese fängt bereits bei den Erstgesprächen mit den Eltern an, die sie bei Bedarf im Asylantenheim führt. „Dabei gilt es, Vertrauen aufzubauen und den Lebensweg der Familie zu erfahren. Das ist jedoch aufgrund der Sprachenvielfalt gar nicht so einfach, wenn sie nicht deutsch sprechen oder kein Dolmetscher zur Verfügung steht“, weiß die engagierte Kita-Leiterin. Und sie berichtete ebenso davon, dass viele Kinder aus Flüchtlingsfamilien ihre Eltern oft mutlos und unsicher sowie mit großen Ängsten erleben. „Deshalb wollen wir auch die Erwachsenen stark machen. Wir geben ihnen Hinweise zu Unterstützungsangeboten unserer Einrichtung und von Beratungsstellen, um ihnen den Start in ihr neues Leben zu erleichtern.“

Zusammenarbeit wird ausgebaut
Diesen Ansatz begrüßte die Ministerin und betonte, dass der Schlüssel zur Integration die deutsche Sprache ist. Wie viele Gedanken sich die verantwortlichen Mitarbeiter vom Roten Kreuz um das Wohl der Jüngsten machen – egal, ob sie aus Parchim und Umgebung oder aus fernen Ländern kommen, erläuterte Ines Müller, Fachbereichsleiterin für Kindertagesstätten im Kreisverband. Sie präsentierte Ministerin Birgit Hesse ein neues, zusätzliches Konzept der Kita „Kinderland“: „Mit unserem Projekt ,Kita Plus’ wollen wir ein weiteres Unterstützungsangebot schaffen. Dabei werden wir Angebote der örtlichen Jugendhilfe und Familienbildung integrieren sowie noch intensiver mit dem Gemeinwesen zusammenarbeiten“, erklärte sie.

Angedacht ist beispielsweise ein Elterncafé mit kleiner Küche, wo landesspezifische Gerichte gekocht werden können und sich Menschen verschiedener Nationalitäten treffen und austauschen können. Denkbar wäre zudem, in der Kita Beratungsstellen zu etablieren, in denen Experten, unterstützt von Sprachmittlern, Hilfen in unterschiedlichsten Lebenslagen anbieten. Und natürlich sei dies ein idealer Ort für Eltern-Kind- Kurse, die regelmäßig stattfinden – wie Krabbel-, Yoga-, Sport- und Spielkreise. Gute Erfahrungen gibt es in der Parchimer Kita schon längst in der alltagsintegrierten Sprachförderung oder bezüglich der sogenannten Freundenachmittage, bei denen Kinder, Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde der verschiedensten Kulturen gemeinsam erlebnisreiche Stunden verbringen können.

Ministerin: Engagierte Mitarbeiter erlebt
Das neue Konzept basiert u. a. auf motivierten und qualifizierten Mitarbeitern. Einige Erzieherinnen haben sich bereits für den Umgang mit traumatisierten Kindern weitergebildet, was vor allem dann wichtig ist, wenn Flüchtlingskinder aus Kriegsgebieten die Kita besuchen. Weiterer Qualifizierungsbedarf besteht beispielsweise in den Bereichen interkulturelle Kompetenzen und Fremdsprachen.

Ministerin Birgit Hesse zeigte sich begeistert von der neuen Konzeptidee. „Ich habe hier sehr engagierte Mitarbeiter erlebt, die einen Ansatz verfolgen, den wir fördern sollten. Das Konzept ist sehr gut, weshalb ein Pilotprojekt denkbar wäre.“
 

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