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Aus der Jägerschaft : Jäger fordern Klarheit zum Wolf

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Jagdverband Parchim beschloss Positionspapier. Umgang mit Isegrim muss politisch gesetzlich klar geregelt werden

von
erstellt am 20.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Aus dem Parchimer Revier wird schärfer geschossen: Erstmals fordert ein regionaler Jagdverband in Mecklenburg-Vorpommern seinen Dachverband ganz offiziell auf, dem Land gegenüber eine klare Haltung zum Thema Wolf zu beziehen. Die Ansage des Jagdverbandes Parchim mit aktuell 1124 Mitgliedern: Eine regellose Ausbreitung, Wiederbesiedlung von Tierarten in einer dicht besiedelten, stark fragmentierten und eng bewirtschafteten Kulturlandschaft wie Deutschland sei nicht vertretbar. Die Parchimer erwarten vom Landesverband folgende Haltung: „Der Umgang mit dem Wolf muss politisch gesetzlich klar geregelt werden. Wenn der Wolf reguliert werden soll, dann durch die jeweiligen Revierinhaber und Jagdausübungsberechtigten. Die Festlegung der Schutzgebiete muss durch das Land erfolgen. Die Einführung von Jagd- und Schonzeiten ist Sache des Bundes und Landes. Die Politik muss sich an aktuellen Zahlen und Fakten orientieren.“

Ein Positionspapier mit diesem Wortlaut wurde am Sonnabend auf der Delegiertenversammlung des Jagdverbandes Parchim in der Kreisstadt mit dem Votum von 76 der 77 anwesenden Vertreter aus den 23 Hegeringen beschlossen. Dessen Vorsitzender Andreas Gehrke sowie der Wolfsbeauftragte des Jagdverbandes Parchim, Dietmar Villwock, werden das Papier am 1. April auf der Landesdelegiertenkonferenz in Linstow an das Präsidium des Landesverbandes übergeben.

Der regionale Jagdverband, der als anerkannter Naturschutzverband das „Revier“ des Altkreises Parchim hegt und pflegt, stützt seine Position auf Erkenntnisse international renommierter Jagdwissenschaftler und Wildbiologen. Zu ihnen gehören u. a. die Professoren Christoph und Michael Stubbe.

Der Wolfsbeauftragte im Parchimer Verband Dietmar Villwock ist selbst Mitglied der Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung. Bereits auf der Delegiertenversammlung vor zwölf Monaten machte er aus seiner Meinung keinen Hehl, „dass der Zeitpunkt der Regulation für dieses Großraubtier eigentlich schon längst da ist.“ Am Sonnabend erneuerte er seine Kritik, dass das Thema Wolf auf Kosten einer sachlichen Debatte zum politischen Kalkül geworden ist und der Schwarze Peter ständig hin- und hergeschoben werde. Vom jüngsten Treffen der Wolfsbeauftragten in MV am 3. März in Waren brachte er die Information mit, dass bis Anfang März 2017 in MV schon so viele Schäden durch Wölfe ausgeglichen werden mussten, wie im gesamten Jahr 2016. Experten schätzen die Zahl der Wölfe in unserem Bundesland derzeit auf ca. 50. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt es acht sicher nachgewiesene Wolfsstandorte: in der Lübtheener Heide, Kalißer Heide, Retzower Heide, bei Neustadt-Glewe, in der Nossentiner Heide, Lewitz, bei Boizenburg und um Sternberg.

 

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