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Parchimer Zeitung

23. Oktober 2017 | 04:53 Uhr

Parchim : Irrfahrt eines Feuerwehrautos

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Eine Feuerwehr fährt mit einem gestohlenen Löschauto vor und die Spur führt nach Parchim. Was wie ein Krimi klingt, nahm jetzt ein gutes Ende.

von
erstellt am 16.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Böser Verdacht: Eine Feuerwehr fährt mit einem gestohlenen Löschauto vor und die Spur führt nach Parchim. Was wie ein Krimi klingt, nahm jetzt ein gutes Ende.

Seit 2002 baut der Parchimer Frank Lampe mit seinem kleinen Team gebrauchte Fahrzeuge zu Spezialfahrzeugen für Feuerwehr, DRK, THW und andere Hilfsorganisationen um. Bundesweit liefert er die generalüberholten Fahrzeuge aus und kann auf eine zufriedene Kundschaft verweisen. Bis vor einigen Wochen...

Da wurde in der Parchimer Fahrzeugschmiede aus einem weißen VW-Transporter ein schmucker Mannschaftstransportwagen, ein so genannter MTW für die Freiwillige Feuerwehr in Hasloh nahe Pinneberg. Das Auto sollte rechtzeitig zum 125. Jubiläum der Wehr übergeben werden. Doch als der Hasloher Wehrführer Thomas Krohn das Fahrzeug bei der Zulassungsstelle anmelden wollte, geriet er ins Visier der Polizei. Das Fahrzeug sei als gestohlen gemeldet und könne nicht zugelassen werden.

Gekauft hatte Frank Lampe den Transporter im Juni 2014 in Worms (Rheinland-Pfalz). „Mit Serviceheft, beiden original Fahrzeugschlüsseln und allen Papieren, mir ist nichts Negatives aufgefallen“, erzählt der Parchimer Unternehmer. Es begann der komplette Rückbau des Transporters und der Neuaufbau mit den Spezialeinrichtungen für die Feuerwehr inklusive der Umsetzung der Wünsche der Hasloher Kameraden sowie die Lackierung in rot.

„Das Fahrzeug war fertig und sollte nun seine Kennzeichen bekommen. Als ich dann von dem Verdacht des Diebstahls des Autos erfuhr und die Kriminalpolizei bei mir war und das Fahrzeug beschlagnahmte, kam der Schock“, berichtet Lampe. Schließlich heißt das im Juristendeutsch: Verdacht des Betrugs. Schnell sprach sich das herum, „viele langjährige Kunden stärkten mir aber den Rücken, weil das keiner glauben wollte“.

Jetzt kam das gute Ende, die Hasloher Kameraden konnten ihr neues Auto in Empfang nehmen. Möglich wurde dies, weil die Ermittlungen gegen Frank Lampe wegen des Betrugsverdachtes eingestellt wurden. Staatsanwalt Stefan Urbanek: „Dies ist in der Tat so, denn der Beschuldigte hatte keine Kenntnis von dem Vorgang und auf Grund der Besonderheit des Falles ist das Auto freigegeben worden und die Parchimer Firma frei jeglichen Verdachts.“ Der umgebaute Transporter stammt aus einem Fuhrpark einer spanischen Autoverleihfirma. Diese hatte das Auto verliehen, aber der Kunde hatte es nicht vertragsgemäß zurückgegeben, sondern anderweitig genutzt und weiter verkauft. Über mehrere Wege gelangte es dann nach Rheinland-Pfalz, wo es von den Parchimern gekauft wurde und nun ganz legal in Hasloh für gute Zwecke unterwegs ist.

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