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Nahverkehr in MV : Initiative: EU-Mittel für Südbahn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Clemens Russell berichtet über neuesten Sachstand - Heute Sternfahrt und Vorträge

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Mit Hilfe der EU will die Bürgerinitiative (BI) „ProSchiene“ an der Südbahnstrecke lebende Senioren, Schüler, Pendler und gewerbliche Wirtschaft den Zug schmackhaft machen. Um zu ermitteln, was getan werden muss, damit die Bahn mehr genutzt wird, hat die Bürgerinitiative jetzt eine Projektskizze mit dem Titel „Lebensader Mecklenburg Südbahn“ erarbeitet und sie gestern beim kreislichen Regionalmanagement der Lokalen Aktionsgruppe Warnow-Elde-Land eingereicht. Dies geschieht im Rahmen von „Leader“, dem europäischen Förderprogramm zur Entwicklung des ländlichen Raums, erklärt BI-Sprecher Clemens Russell. In dem Vorhaben gehe es darum, um die Stationen der Bahn herum lebende Senioren, Schüler, Pendler und gewerbliche Wirtschaft einander näher zu bringen. Für seine Umsetzung benötige man etwa 200 000 Euro. „Wir werden eine Antwort erhalten, ob die ersten Angaben ausreichen, einen Förderantrag zu stellen. Wenn grünes Licht kommt, werden wir konkret“, so der Sprecher.

Um die Mobilität im ländlichen Raum zu verbessern, gehöre unter anderem eine internetgestützte Auskunftsmöglichkeit zum Ziel, die nicht nur Abfahrts- und Ankunftszeiten, sondern auch Preise enthalten solle. Der schon bestehende „interkommunale Arbeitskreis“, dem Vertreter der von einer möglichen Südbahn-Schließung betroffene Landkreise und Kommunen angehören, habe gute Vorarbeit geleistet: „Es ist eine Grundlage, die weiterentwickelt wird.“

Immer wieder anführen müsse man die zentrale bundesweite Erfahrung, dass der auch zwischen Parchim und Malchow vorgesehene Schienenersatzverkehr die Nutzerzahlen sinken lasse: „Wer allein auf Busse setzt, zerstört die Bahn. Und das ist alles andere als ökologisch, was alles sein soll. Wenn zu wenig Menschen in der Bahn sitzen, werden die Kosten pro gefahrenem Kilometer rein betriebswirtschaftlich betrachtet.“ Dies greife jedoch zu kurz, weil beim Bus zum Beispiel keine Straßenbenutzungsgebühr (Maut) eingerechnet werde. Bei der Bahn geschehe dies mit allem. „Der Staat sorgt dafür, dass Straßen unterhalten/repariert werden, die auch durch Busse verschleißen“, sagt Russell. „Die Aussagen wären ehrlicher, wenn man auch Maut einrechnen würde. So handelt es sich um sehr wackelige Rechenmodelle. Und weil immer auch Umweltaspekte abgeführt werden, gehörte ebenso berücksichtigt, dass Züge um ein Vielfaches länger halten als Busse.“ Bürgerinitiativen wie auch die zur Südbahn gebe es, weil immer mehr Menschen das Handeln der Verwaltung nicht verstehen und Aufklärung einforderten, die es immer unzureichender gebe. Das Verhalten der Landesregierung etwa, durchaus machbare Vorschläge sofort zu verwerfen, deute eindeutig darauf hin, dass politische Kultur nicht mehr gepflegt werde.

Für morgen Mittag hat der Allgemeine Behindertenverband in Mecklenburg-Vorpommern e.V. eine jedem offen stehende Sternfahrt mit der Südbahn/ODEG um 11.20 Uhr ab Lübz nach Alt Schwerin organisiert. Von dort geht es in den Ferienpark Plauer See, wo nach der Pressekonferenz um 14 Uhr verschiedene Vorträge gehalten werden. So unter anderem „Tourismus ohne Süd-Bahn – geht das?“ von Barbara Schilke, „Lübz – Malchow auf dem Abstellgleis?“ von Gudrun und Joachim Stein, Bürgermeister von Lübz beziehungsweise Malchow, „Ist die Süd-Bahn unbezahlbar?“ (Rudolf Borchert, Wolf-Dieter Ringguth, Dr. Reiner Kosmider und Carsten Werfel), „Ist die Süd-Bahn noch zu retten?“ (Clemens Russell und Marcel Drews) sowie „Bahnfahren in MV für alle – Wunschtraum oder Wirklichkeit?“ von Peter Braun. Die Rückfahrt erfolgt ab 17.52.

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