Parchim : In Wallanlagen wird bald gebuddelt

Schon der Großherzog zu Mecklenburg liebte die Eichen der Parchimer Wallanlagen.
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Schon der Großherzog zu Mecklenburg liebte die Eichen der Parchimer Wallanlagen.

Vorbereitungen für grundlegende Sanierung der Parkanlage läuft auf Hochtouren. Kleinod wird als Naturdenkmal erhalten

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09. August 2016, 20:45 Uhr

Wer in diesen Sommertagen durch die rund fünf Hektar große Wallanlage im Zentrum der Kreisstadt schlendert, kann dem Vogelzwitschern lauschen oder beim Anblick des satten Grüns der stattlichen Bäume einfach nur die Seele baumeln lassen. Doch das dürfte sich bald ändern. „Sechs Bäume müssen gefällt werden und bei 30 weiteren ist aufgrund der Verkehrssicherheit das Totholz zu entfernen“, so Heike Bleich, Sachgebietsleiterin in der Stadtverwaltung. Und wenige Wochen später rücken hier dann sogar Bagger an. Der Abwasserentsorgungsbetrieb wird einen Mischwasserkanal, der mitten durch die idyllische Parkanlage verläuft und aus den 1970er Jahren stammt, erneuern. „Alles passiert im Vorfeld einer lang geplanten Maßnahme, die dem langfristigen Erhalt der einmaligen Parkanlage dient und im kommenden Frühjahr beginnen wird“, sagt Heike Bleich.

In den kommenden Tagen erwartet man im Stadthaus Post vom Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) in Schwerin, der für die baufachliche Prüfung aufgrund der Förderrichtlinien zuständig ist. „Dann kann die Ausführungsplanung, zu der auch die bundesweiten Ausschreibungen gehören, beginnen. Es ist ein anspruchsvolles Vorhaben mit einem Wertumfang von rund 1,1 Millionen Euro“, gibt Heike Bleich zu bedenken.

„Die Wallanlagen sind ein Schatz der Natur, der unbedingt erhalten bleiben muss. Wir haben die Verpflichtung, würdevoll mit der die Stadt prägenden Parkanlage umzugehen“, betont Karola Kimmen vom Fachbereich Grünanlagen. Auch schon der Großherzog zu Mecklenburg Friedrich Franz hatte sich um den Bestand der Anlage seinerzeit Sorgen gemacht. Er hat 1817 an den Parchimer Magistraten geschrieben und bezüglich der Umgestaltung der Hügel und Untiefen im Bereich der Parchimer Wallanlagen angemahnt: „Bei einer beabsichtigten Ebnung der Wälle sollen die dort vorhandenen schönen Eichen erhalten bleiben“.

Verwaltungsexperten und Stadtvertreter waren sich schnell einig: Es besteht akuter Handlungsbedarf. In den Fokus sind erneut die alten Eichen gerückt, die nach neusten Erkenntnissen mehr als 300 Jahre alt sein dürften. Aus Sicht der Fachleute muss der Baumbestand neu geordnet und Wildwuchs beseitigt werden. Erneuerungsbedarf gibt es beim Hainbuchenbestand. Ersatzpflanzungen sind bei den Robinien angesagt. Karola Kimmen wirbt dafür, die Erlebbarkeit des Parkes zu erhöhen. „Dafür soll der Bereich am Dragonerdenkmal aufgewertet und neue attraktive Sitzmöbel aufgestellt werden“, sagt sie. Das Land beteiligt sich mit rund 750 000 Euro Fördermitteln.  

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