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Buntes Blütenmeer im Gewächshaus : In Rom erwacht der Frühling

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Wenn Katrin Meyn dieser Tage auf das Thermometer schaut, erlebt sie ein Wechselbad der Gefühle. Auf dem Hof der Familiengärtnerei in Rom vor den Toren Parchims verharrt die Quecksilbersäule bei minus zehn Grad Celsius.

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erstellt am 13.Feb.2012 | 09:56 Uhr

Rom | Wenn Katrin Meyn dieser Tage auf das Thermometer schaut, erlebt sie ein Wechselbad der Gefühle. Auf dem Hof der Familiengärtnerei in Rom vor den Toren Parchims verharrt die Quecksilbersäule am Sonnabendmorgen bei minus zehn Grad Celsius, nur einen Schritt weiter im schützenden Glashaus zeigt das Thermometer derweilen zehn Grad Celsius im Plusbereich an. "Das ist so in Ordnung. Das mögen die Primula vulgaris", freut sich die Gärtnersfrau. Hinter dem latainischen Namen verbirgt sich mit der gemeinen Primel eine der beliebtesten Frühlingsboten der Deutschen. Und das Stimmungsbarometer steigt weiter beim Anblick des bunten Blütenmeeres, das bereits ahnen lässt, wie die ganze Pracht in wenigen Tagen aussehen dürfte. "Es wird Zeit, dass sich der Winter verabschiedet. Wir haben das Glück, dem Frühling schon einige Schritte näher zu sein", meint Katrin Meyn und sieht dem Ansturm der Kunden, die sich bei steigenden Temperaturen die passende Dekoration ins eigene Zuhause holen wollen, gelassen und mit Freude entgegen.

Dafür, dass zur passenden Zeit ausreichend blühende Primeln und andere Frühblüher wie beispielsweise Osterglocken, Stiefmütterchen und Hornveilchen in der begehrten Gärtnerqualität zur Verfügung stehen, haben die vier Mitarbeiter des seit 19 Jahren am Dorfrand von Rom etablierten Familienbetriebes schon vor Monaten den Grundstein gelegt. Kaum war der Frühling des Vorjahres Geschichte, kam hier der Samen für die diesjährige Primelgeneration in den Aufzuchtboden. Danach wurden die Pflänzchen gepflegt, gedüngt und maßgenau temperiert, damit sie nun mit ihrer Farbenpracht die Herzen der Blumenfreunde erwärmen können.

Ebenso aufwändig wie energieintensiv ist auch der zweite Geschäftsbereich von Gärtnermeister Dirk Meyn, die Anzucht von Gemüsepflanzen. "Vor allem Tomaten, Paprika, Salat, Kohlrabi und Porree sind bei Hobbygärtnern begehrt. Denen möchten wir für das eigene Gewächshaus schon bald entsprechende Pflanzen in hoher Qualität anbieten", sagt Gärtnerin Silvia Ziems, die nach einer Umschulung in der Gärtnerei in Rom nach eigener Aussage als Frau mit dem grüne Daumen ihren Traumjob gefunden hat. "Wo hat man schon im eiskalten Winter den Frühling bei der Arbeit ständig vor Augen?", meint die 31-Jährige schmunzelnd.

Der unerwartet harte Frost setzt auch diesem Familienbetrieb tüchtig zu. "Die Heizung läuft pausenlos und die Energiepreise steigen kontinuierlich. Das macht es uns nicht einfach", gibt die Chefin zu bedenken. Auch die hohen Spritpreise schlagen zu Buche, da regelmäßig Wochenmärkte in Ludwigslust, Sternberg, Plau, Schwerin und mitunter in Parchim angefahren werden. Ebenso wie seit Jahren auf der Grünen Woche in Berlin und derzeit auf der Messe "Haus und Garten" in Leipzig wird Familie Meyn aus Rom vielerorts von Stammkunden regelrecht erwartet.

Wie in den Vorjahren lädt die Gärtnerei am 1. Mai wieder zu einem Tag der offenen Tür ein. "Dann können unsere Kunden auch hinter die Kulissen schauen und sich Tipps für den eigenen Garten aus erster Hand holen", sagt Katrin Meyn. Dabei dürften auch neues Kreationen im Blumen und Gemüsebereich Interesse finden. So wächst neuerdings in Rom auch ein besonders zarter Salat mit rot-grünen Blättern heran, der in der Frischeküche für Gaumen- und Augenschmaus gleichermaßen sorgen dürfte.

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