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Ärger im Dorf : In Pampin „Schluss mit lustig“?

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Kulturraum überraschend geschlossen / Gravierende Baumängel / Bürgermeisterin informiert auf Einwohnerversammlung

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2016 | 14:20 Uhr

Pampin Mit einem unguten Gefühl hatten sich zehn Pampiner am vergangenem Samstagvormittag auf den Weg in ihren Kulturraum gemacht. Bürgermeisterin Petra Mannfeld (parteilos) hatte zur Einwohnerversammlung eingeladen. Zusammen mit Gemeindevertreterin Anita Lange sollten die Pampiner aus erster Hand erfahren, wie es in dem 60-Seelen-Dorf weitergeht. Und beide hatten keine guten Nachrichten im Gepäck: Mit sofortiger Wirkung  steht der Kulturraum nicht mehr für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung. So hatte sich zuvor die Gemeindevertretung entschieden. „Uns bleibt keine Wahl. Wir mussten die Notbremse ziehen“, sagt Petra Mannfeld. Seit längerem waren über dem gemeindeeigenen Gebäude dunkle Wolken aufgezogen. Das Dach ist undicht, der Schornsteinkopf zerfällt und die Heizung entspricht nicht mehr den sicherheitstechnischen Vorgaben. Der Schornsteinfeger hat den Weiterbetrieb deswegen untersagt. Alleine für die rund 280 Quadratmeter große Dachfläche wären – so die Recherchen des Bauamtes – rund 20 000 Euro für eine Sanierung nötig. Was die Reparatur der Heizung und ein neuer Schornsteinkopf kosten würden, hat noch niemand ermittelt. „Als Gemeinde sind wir damit total überfordert. Da hilft auch nicht der schon vor Wochen unterbreitete Vorschlag, Spenden im Dorf zu sammeln“, gibt die Bürgermeisterin zu bedenken. „Mir blieb nur noch, vorerst die Schlüssel einzuziehen.“

Für Willi Kluth (67), Jürgen Lauck (76), Kurt Pauli (76) und einige andere, denen das Dorfleben seit Jahrzehnten am Herzen liegt, war es ein Schock. „Damit hätten wir nicht gerechnet. Das, was seit Jahrzehnten die Dorfgemeinschaft zusammen hält, wird nun von heute auf morgen aufgegeben“, gibt sich Kurt Pauli frustriert.

Der Kulturraum, der  in die Jahre gekommen ist, erfüllt aus Sicht vieler Pampiner seinen Zweck noch immer. Hier trifft man sich in der Vorweihnachtszeit, beim Osterfeuer und anderen Veranstaltungen. Auch für Familienfeiern stand der Raum mit  Küche für einen kleinen Obulus zur Verfügung. Und das Haus – vis-a-vis der Feuerwehr – war mit seinen Sanitäreinrichtungen auch für die Kameraden unverzichtbar. Kleine Erhaltungsarbeiten wurden selbst erledigt.

Doch der Kulturraum ist auch schon in den Fokus der Kommunalaufsicht gerückt. „Als Dorfgemeinschaftshaus sollte es sich selber tragen. Dafür hätten aber wesentlich mehr Feierlichkeiten mit entsprechenden Einnahmen stattfinden müssen“, sagt Petra Mannfeld. Aus Sicht der Gemeindevertretung gibt es nur einen Lösungsweg. „Die Pampiner sollten sich generationsübergreifend zusammenraufen und  einen Verein gründen, der auch die Bewirtschaftung in die Hand nimmt“, meint die Bürgermeisterin. Doch dieser Vorschlag fand  auf der Einwohnerversammlung kaum Gehör. „Dafür sind wir doch schon zu alt“, gibt Kurt Pauli zu bedenken.

Die Bürgermeisterin verweist auf den etwa gleichgroßen Ortsteil Meierstorf. Dort hat ein Verein die Sache erfolgreich in die Hand genommen. Sie hofft, dass die jüngste Entscheidung die Pampiner doch noch ermutigt, gemeinsam neue Wege einzuschlagen.

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