Parchim : In die Geschichte eingegangen

Mit einem Blumenstrauß verabschiedete gestern Bürgermeister Dirk Flörke den ehemaligen Stadtmuseumsleiter Wolfgang Kaelcke (r.).
Mit einem Blumenstrauß verabschiedete gestern Bürgermeister Dirk Flörke den ehemaligen Stadtmuseumsleiter Wolfgang Kaelcke (r.).

Nach 35 Dienstjahren verabschiedet sich Museumsdirektor Wolfgang Kaelcke in den Ruhestand

svz.de von
28. September 2017, 05:00 Uhr

Nach 35 bewegten Dienstjahren ging Wolfgang Kaelcke als Leiter des Parchimer Stadtmuseums gestern offiziell in den Ruhestand. „Er hat sich um die Aufbereitung der Geschichte unserer Stadt sehr verdient gemacht“, lobte Bürgermeister Dirk Flörke bei der Verabschiedung. Stadtmuseum und Heimatbund seien auch für Zugereiste eine gute Orientierung. „Ich habe außerdem als ehemaliger Geschichtslehrer sehr von Kaelckes Arbeit profitiert.“

Kaelckes Sammelleidenschaft habe wertvolle Belege zur Stadtgeschichte und oft Überraschendes zutage gefördert. Die Veranstaltungsreihe „Sommermuseum“ habe neue Aspekte eröffnet und viele Aha-Erlebnisse beschert. „Das wird noch lange nachwirken“, sagte Flörke voraus. Das Museum habe Kontakt in alle Welt gehalten, zuletzt mit ehemaligen Parchimern in Chile. Kaelckes Verdienst sei es auch, dass die Lebensläufe von Parchimer Persönlichkeiten erforscht wurden. Hervorzuheben sei auch die heimatkundliche und geschichtliche Schriftenreihe „Pütter Hefte“, die ihresgleichen suche. Flörke schloss mit einem Zitat von Helmuth Moltke: „Mehr Sein als Schein, mehr leisten als hervorheben“.

Dieter Dümke vom Heimatbund erinnerte an die vielen Meinungsverschiedenheiten mit dem Museumsleiter. Doch Kaelcke sei es immer um die wissenschaftliche Sache gegangen, weshalb Streitgespräche stets auf hohem Niveau ausgetragen wurden und der gegenseitigen Bereicherung dienlich gewesen seien.

Wolfgang Kaelcke bedankte sich bei seinem Team, dem Heimatbund und der Stadt mit hörbar gerührter Stimme. Dirk Johannisson als Leiter der städtischen Fachbereichsverwaltung „Kultur“ räumte augenzwinkernd ein, dass ihn der Museumsleiter mit seiner pragmatischen Art manchmal an den Rand der Verzweiflung gebracht habe. Dennoch habe er dem Museum oft genug ein größeres Haus als das in der Lindenstraße gewünscht, „allein schon für die Sonderausstellungen“. Dieser Wunsch könne nunmehr in der künftigen Kultur-Mühle umgesetzt werden. Es sei bemerkenswert, so Johannisson, was Kaelcke mit wenig Personal und seinen Mitstreitern aus dem Heimatbund auf die Beine gestellt habe. Sein Nachfolger sei nach öffentlicher Stellenausschreibung mit einem promovierten Historiker bereits gefunden. Er sei inzwischen nach Parchim umgezogen und werde in absehbarer Zeit öffentlich vorgestellt, kündigte Johannisson an. 

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