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Poitendorf : In der Kinderstube des Kiefern-Waldes

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Frühjahrsaufforstungen laufen auf Hochtouren. Zuwachs im Revier Poitendorf.

von
erstellt am 25.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Ein Tag wie aus dem Bilderbuch. Die Frühlingssonne gibt alles. Und doch richtet sich der Blick von Marita Böcker und Dieter Manthey – beide erfahrene Forstarbeiter – eher zum Boden als zum Himmel. Fast wie im Takt der Uhr treibt Dieter Manthey mit einem Huf’schen Spaten – dem Forstwerkzeug, dass sich seit Jahrhunderten bewährt – ein kleines Pflanzloch in den Waldboden. Marita Böcker folgt ihm mit einem Bündel Kiefernsämlingen auf den Schritt, bückt sich, setzt das rund 15 Zentimeter große Pflänzchen mit großer Sorgfalt ins Loch. Wichtig ist, dass die empfindlichen Pfahlwurzel der Sämlinge erhalten bleiben und genau senkrecht in den Boden gebracht werden. Damit hat sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts der anerkannte Forstexperte Wilhelm Pfeil beschäftigt. In den 1980er Jahren wurde in den mit dem Huf’schen Spaten begründeten Kiefernkulturen in Brandenburg ein starken Befall mit Hallimasch, einem gefährlichen Pilz, festgestellt. Viele der Kiefern waren schräg in die Erde gekommen. Das Wurzelwachstum war dadurch stark gestört worden.


Gefällte Kiefern werden zeitnah ersetzt


Noch bis zum Osterfest dürften die Forstarbeiter im Revier Poitendorf mit der diesjährigen Aufforstung beschäftigt sein. Marita Böcker und Dieter Manthey sind dieser Tage auf einem rund 1,8 Hektar großen Areal zwischen Groß Godems und Tessenow beim Pflanzen. Erst im Vorjahr sind hier über 100 Jahre alte Kiefern gefällt worden. „Die werden nach der gründlichen Bodenvorbereitung mit 16 000 Kiefernsätzlingen, die aus einer Forstbaumschule in Pinneberg stammen, zeitnah ersetzt“, sagt der zuständige Revierförster Wolf-Roman Plickat, der hier bereits seit 22 Jahren für rund 2000 Hektar Wald den Hut auf hat.

Nachdem seit Anfang der 1990er Jahre der Umbau von Nadelholzwäldern in Mischkulturen im Mittelpunkt stand, prägen nun wieder Kahlschläge das Bild. „Die Kiefer bleibt unser ,Brotbaum’ und ist auf den Böden mittlerer Güte gut aufgehoben. Andererseits spielt die Naturverjüngung eine wichtige Rolle“, erklärt Plickat die aktuelle Forststrategie. So stehen im Revier Poitendorf in diesem Frühjahr zehn Hektar auf dem Verjüngungsplan. In der Kinderstube des Waldes sollen aber nur rund 2,7 Hektar aktiv bepflanzt werden. „Wir schauen genau hin, wie sich der Wald aus eigener Kraft regeneriert und handeln danach“, so der Revierförster. Im Fokus hat der Forstmann auch den Kiefernsamen, der Ende März, Anfang April fällt. „Nach der Blüte bin ich diesmal wieder zuversichtlich“, so Plickat.

Bevor aus den jetzt gepflanzten Sämlingen stattliche Kiefern von 25 bis 30 Meter Höhe mit einem Stammdurchmesser von 35 Zentimetern werden, vergehen 85 bis 100 Jahre. Im gesamten Forstamt Karbow werden in diesem Jahr rund 62 Hektar Wald aufgeforstet. Zwei Drittel übernimmt die Natur. Quasi als Sahnehäubchen werden im Revier Poitendorf auch noch bis zu 150 Wildobstbäume sowie Roteichen und Esskastanien gepflanzt.

 

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