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Sommermuseum : In alten Brigadebüchern stöbern

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Vorbereitungen für 13. Sommermuseum in Parchim / Industrie im Wandel / Erinnerungen als glanzvolle Zeiten / Eröffnung am 6. Juli

von
erstellt am 15.Mai.2015 | 12:40 Uhr

Parchim Museumschef Wolfgang Kaelcke kann es kaum noch erwarten. In wenigen Tagen beginnt er  mit seinem kleinen Team  – wie seit nunmehr 13 Jahren jeweils im Frühjahr – mit dem Aufbau eines „Museums auf Zeit“. 2003 wurde erstmals die Idee umgesetzt, mit einem Sommermuseum zusätzlich Leben in der Ferienzeit in die Parchimer Altstadt zu bringen. Bei der Premiere unter dem Titel „Parchimer Modelle“ nahmen fast tausend Besucher dieses Angebot an. Inzwischen ist das Parchimer Sommermuseum nicht mehr aus dem Veranstaltungsprogramm wegzudenken. Die inhaltliche Vorarbeit läuft bereits seit Monaten. „Diesmal können wir auf einen reichen Fundus zurückgreifen“, freut sich Wolfgang Kaelcke.

Das Thema „Parchims Industrie im Wandel“ beschäftigt den Historiker seit langem und ist auch ein Schwerpunkt im Stammhaus in der Lindenstraße. Schon bei der Konzeption erlebt der Historiker ein Wechselbad der Gefühle. „Unsere Industriegeschichte ist beispiellos. Im 19. Jahrhundert gab es mit Rostock in ganz Mecklenburg nur eine einzige Stadt, die mehr Industriebetriebe als Parchim zählte. Aber es ist auch ein trauriges Kapitel, wenn man an die vielen Betriebsschließungen nach der Wende denkt“, meint Wolfgang Kaelcke. Doch eins steht bereits fest, wenn sich am 6. Juli die Türen fürs 13. Sommermuseum öffnen, werden viele Parchimer mit ihrer eigenen Geschichte konfrontiert. „Da werden beim einen oder anderen in  einem der zahlreichen Brigadebücher, die es im Original zu sehen gibt, sicher Erinnerungen an den Arbeitsalltag, die gemeinsame Freizeitgestaltung und die Produktionserfolge wach“, glaubt Wolfgang Kaelcke.

Es fällt nicht ganz einfach, alle Informationen und Sachzeugnisse über die Industriegeschichte aufzubereiten. Die Liste mit inzwischen in Vergessenheit geratenen Firmennamen ist lang. Da gab es eine Zichorienfabrik, Mühlenwerke, eine Tuch- und Papier- und Möbelfabrik, ein Gaswerk, eine Goldleistenfabrik, eine Kalksandstein- und Backofenfabrik, ein Marmorwerk, ein Gasbetonwerk, die Eldekonserven sowie das Hydraulik- und Kohlenanzünderwerk. Nur wenige dieser Betriebe sind bis heute in der Eldestadt präsent. Umso erfreulicher ist, dass Nachfolgeunternehmen ihre Archive für das Museumsprojekt öffnen.

Am Ausstellungskonzept wird festgehalten. Mit Unterstützung des Heimatbundes wird das 13. Sommermuseum bis zum 6. September täglich geöffnet sein. Auch Führungen werden auf Wunsch angeboten. Vor und nach den Sommerferien haben die Schulen der Stadt die Möglichkeit, die Ausstellung kostengünstig zu besuchen und für einen lebendigen Geschichtsunterricht zu nutzen. Dafür werden Anmeldungen bereits angenommen.

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