zur Navigation springen

Parchim : Impulse für die Arbeit und die Seele

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Küster aus dem Kirchenkreis Mecklenburg trafen sich in Parchim. Dana Falk und Eva-Lotta Mazewitsch im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft.

von
erstellt am 28.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Mit Dana Falk (St. Marien) und Eva-Lotta Mazewitsch (St. Georgen) ist der neue Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Küster im Kirchenkreis Mecklenburg mit zwei Parchimerinnen besetzt. Die alle vier Jahre anstehende Wahl fand gerade im Rahmen der alljährlich stattfindenden mehrtägigen Küsterrüste statt.

Fast 40 Teilnehmer fanden im Edith-Stein-Haus in Parchim erneut ein gastfreundliches Umfeld, um sich über ihre Arbeit auszutauschen, Aktuelles aus erster Hand u. a. von Landesbischof Gerhard Ulrich oder Propst Dirk Sauermann zu erfahren und um einmal ganz für sich den Gottesdienst zu feiern. „Das tut so gut“, bekennen Ursula und Kurt Pieper. Sie nahmen bereits zum 13. Mal an einer Zusammenkunft in diesem Rahmen teil. Ihr Zuhause ist die Kirchengemeinde Alt Käbelich – Warlin. Seit etwa 40 Jahren kümmern sie sich treu und verlässlich um die Kirche Leppin, in der Kurt Pieper bereits konfirmiert wurde. Vor 55 Jahren traten Ursula und Kurt Pieper hier vor den Traualtar. Ihre drei Töchter wurden in Leppin getauft und konfirmiert, zwei Töchter hier getraut, ein Enkelkind getauft.

Was es heißt, eine Tätigkeit aus Berufung auszuüben, lebte die Mutter von Kurt Pieper ihnen bis Mitte der 1970er Jahre vor: „Wir sind sozusagen Erbküster“ scherzen Kurt und Ursula Pieper. Zunächst übernahm die Schwiegertochter das Amt. Wie von selbst ergab es sich, dass Kurt und Ursula Pieper es Hand in Hand ausüben. Eine stets tadellos saubere und zu den Gottesdiensten würdig hergerichtete Kirche ist ihr erklärter Anspruch. Kurt und Ursula Pieper lieben ihren Beruf. Er ist für 80 Prozent der ca. 350 im Kirchenkreis Mecklenburg tätigen Küster ein ausfüllendes Ehrenamt.

„Die Vielfältigkeit macht’s. Wir begegnen immer wieder Menschen“, beschreibt Dana Falk, warum ihr diese Arbeit so viel Freude macht. In den fast neun Jahren, in denen sie bisher als Küsterin in der Parchimer St. Mariengemeinde tätig ist, hatte sie jedenfalls noch nie das Gefühl gehabt, jetzt könnte sich Routine einschleichen. Auch Giesela Jahncke schätzt an ihrer Tätigkeit vor allem die Nähe zu den Menschen und das Gemeindeleben. Sie ist seit 24 Jahren Küsterin in Grabow.

Einen Berufsstand im kirchlichen Dienst stärken, spezielle Weiterbildungen wie zum Beispiel die alljährliche Rüste anbieten, sich offen einmischen, wenn es sein muss, den Zusammenhalt untereinander stärken – das möchte die zu Beginn der 1990er Jahre gegründete regionale Arbeitsgemeinschaft. Sie steht für weitere vier Jahre unter Vorsitz von Norbert Sprengel. Als Norbert Sprengel nach 17-jähriger hauptamtlicher Küstertätigkeit an der St. Johanniskirche in Neubrandenburg vor zwei Jahren in den Ruhestand ging, beschloss er, sich künftig weiterhin ehrenamtlich für seine Berufsgruppe einzusetzen. Im Küstervorstand selbst engagiert er sich bereits seit 2006.

Seine neue Stellvertreterin Dana Falk sammelte in den zurückliegenden vier Jahren als Nachrückerin erste Erfahrungen in der Vorstandsarbeit. „Ich möchte dazu beitragen, dass die Arbeit unserer Berufsgruppe stärker wahrgenommen wird und mehr öffentliche Anerkennung erfährt“, beschreibt die Parchimerin ihre Motivation.

Mit einer rührenden Anfrage haben die Küster vor einem Jahr den Oberkirchenrat i. R. Andreas Flade als Küsterpastor für sich gewinnen können. Der Wink mit dem Zaunpfahl traf ihn in Form eines „Gutscheines für ein Beratungsgespräch zur Ruhestandsgestaltung“. Wie wichtig es ihm ist, für die Küstergemeinschaft da zu sein, wurde gerade erst wieder auf der Rüste in Parchim deutlich spürbar. Ein weiterer geschätzter Begleiter war über Jahre hinweg Parchims St. Georgenkantor Fritz Abs. Die nächste Küsterrüste findet vom 15. bis 19. Oktober 2018 ebenfalls in Parchim statt. „Natürlich bin ich wieder dabei, so Gott will“, bekräftigt Gabriele Heldt, die seit mehr als einem viertel Jahrhundert die Kirche in Holzendorf betreut. Von den Erfahrungen hören zu können, die andere in ihren Gemeinden machen, und die Gespräche untereinander – all das möchte sie nicht mehr missen. „Man nimmt so viel für die Seele und für die praktische Arbeit mit nach Hause. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen im kommenden Jahr “, sagt Küsterin Gabriele Heldt.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen