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Parchimer Zeitung

23. Oktober 2017 | 08:27 Uhr

Parchim : Immer wieder dienstags auf Tour

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Heinz-Detlef Förste aus Parchim ermöglicht regelmäßig Pflegeheimbewohnern Ausflüge in die nahe Umgebung

von
erstellt am 19.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Parchim / Slate So gut wie einmal  in der Woche empfängt Karina Röhr  in ihrer Slater Caféstube eine kleine Gesellschaft, die sie exklusiv sogar schon vor der eigentlichen Öffnungszeit mit selbst gebackenem Kuchen oder Bockwurst bewirtet: Der  Zwischenstopp mit Einkehr im  heimeligen  Wohnzimmercafé und die Streicheleinheiten für Rauhaarteckel Alvie gehören für ihre Gäste zu den lieb gewordenen Ritualen  nach einer Ausfahrt in die nähere Umgebung.

Immer wieder dienstags lädt Heinz-Detlef Förste abwechselnd Bewohner aus dem  Haus Eldetal in Parchim und aus dem  Seniorenpflegeheim  in Marnitz  zu einer etwa dreistündigen Reise ein. Die Ausflüge für die Pflegeheimbewohner  in die nähere Umgebung bietet er   aus Spaß an der Freude an. Das Auto, in dem er auch einen Rollstuhlfahrer mitnehmen kann, stellt die Diakonie als Träger der beiden Einrichtungen zur Verfügung.   Lohnenswerte Ziele mit Möglichkeiten für Zwischenstopps, um eine Sehenswürdigkeit bewundern oder eine Laune der Natur genießen zu können, gibt es rund um die Kreisstadt und im Parchimer Land jede Menge.   In  dieser Woche führte die Reise  zum Beispiel nach Neuklockow mit einem kurzen Halt am Arboretum, von dort  weiter nach Kiekindemark und schließlich nach Groß Godems, wo der einst stärkste Mann der Welt, Carl Abs,  seine Wurzeln hat.  Während der kleinen Rast in der Slater Caféstube gab Heinz-Detlef Förste noch die Sage vom Ritterfräulein von Kiekindemark  zum Besten. Seine Zuhörer genießen  es sichtlich, wenn er  von  sagenhaften früheren Begebenheiten rund um Parchim erzählt, über die Natur oder seine Passion, die Jagd, plaudert.

Um damals einer eigenen Angehörigen eine Freude zu bereiten, hielt Heinz-Detlef Förste  zunächst  kleine Vorträge über die Natur, Jagd und Forst  in einem Parchimer Pflegeheim.  Begleitet wurde er dabei von  zwei Nachwuchsjagdhornbläserinnen, die wiederum die  vierbeinigen treuen Jagdbegleiter ihrer  Familie mitbrachten.  Vor etwa vier Jahren charterte er zum ersten Mal ein Fahrzeug, um  mit Menschen, die aus eigener Kraft keine Unternehmungen mehr starten können, ins Grüne zu fahren.

Damals hätte er sich allerdings nicht träumen lassen, dass er schon bald jeden Dienstagvormittag  als Reiseführer im Parchimer Land unterwegs sein würde.  Seit er  in diesem Jahr nun auch Ausflüge vom Marnitzer Heim aus  unternimmt, werden zuweilen sogar Ländergrenzen überschritten, um einem Passagier einen kleinen Abstecher in die alte Prignitzer Heimat zu ermöglichen. Für diesen Spätsommer hat Heinz-Detlef Förste  zudem  zwei Ausflüge in die Stepenitzer Heide (Marienfließ) mit einer  Kremserfahrt  in das Naturschutzgebiet vorbereitet. Unterwegs wird ganz zünftig das mitgebrachte Picknick ausgepackt.

 „Ich freue mich immer wieder, wenn ich dabei sein kann“, genießt René Langer aus dem Haus Eldetal die Dienstagsfahrten in die Natur.  Auch  Elli Harndt und Otto Gräber mögen die Ausfahrten sehr.  „Ich finde es schön, dass es  Leute  wie  Herrn Förste gibt, die bereit sind, ihren Mitmenschen  Zeit zu schenken“, bekräftigt Ilona Jahns, die im Pflegeheim in der Lönniesstraße in der sozialen Betreuung tätig ist und Bewohner des Hauses schon bei so manchem Ausflug begleitet hat. „Es ist beeindruckend, wie er uns die Natur näher bringt und wie anschaulich er erzählen kann“, findet Ilona Jahns. Dann verrät sie noch: „Wir lachen viel im Auto, mitunter stimmen wir auch ein Lied an.“   

In drei Tagen wird Heinz-Detlef Förste bereits wieder freudig von einer kleinen Reisegesellschaft erwartet. Für den 65-Jährigen steht fest: „So lange ich das machen  kann, bin ich jeden Dienstag mit meinen Gästen auf Tour.“

Christiane Großmann

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