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Parchimer Zeitung

24. November 2017 | 23:33 Uhr

Parchim : Im Museum ist schon Weihnachten

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Auch in diesem Jahr beträchtlicher Zuwachs in der „Schatztruhe der Stadt“ / Schenkungen, Leihgaben und Ankäufe

von
erstellt am 15.Dez.2014 | 15:30 Uhr

Lange musste Museumschef Wolfgang Kaelcke in diesem Jahr darauf warten. Erst mit der Genehmigung des kommunalen Haushaltes vor wenigen Tagen konnte er sich einige Wünsche für die Erweiterung der Sammlung des Parchimer Museums erfüllen. „Wir sind froh, dass die Stadt sein Museum nach Kräften unterstützt. So war es mir nun beispielsweise möglich, ein Gemälde mit einer Ansicht vom Eichberg auf den Wockersee anzukaufen. Gemalt hat es in den 1950er Jahren  Bühnenbildner Wenzel Maciejewski. Das ist eine interessante Bereicherung für unsere Sammlung“, meint der Stadthistoriker.

Wer diese und andere  Neuerwerbungen  selbst in Augenschein nehmen will, hat dazu schon in wenigen Tagen (Samstag, 10. Januar 2015, 10 Uhr) im Stammhaus des Museums in der Lindenstraße Gelegenheit. Dann lädt der Heimatbund zur 13. Auflage der Veranstaltung „Neues aus dem Museum“ ein. Wolfgang Kaelcke macht  neugierig: „Es war ein wirklich gutes Jahr. Mit Hilfe vieler geschichtsinteressierter Menschen, die schon lange in Parchim leben, oder sich mit der Stadtgeschichte eng verbunden fühlen, können wir unseren Auftrag, für die Nachwelt zu sammeln, erfolgreich verwirklichen“, sagt er.

Dass im Museum die Zeit der Geschenke nicht nur in die Weihnachtszeit fällt, ist für die städtische Einrichtung ein Glücksfall.  Kaum hatte das Jahr 2014 begonnen, stand der erste Spender bei Wolfgang Kaelcke auf der Matte. Er brachte einen repräsentativen Spiegel, der offenbar seit Jahrzehnten in einem Haus am Burgdamm im Verborgenen schlummerte. Für eine Überraschung sorgte im Januar auch Birgit Iredi, die dem Museum das Taufkleid und die Kindertragetasche ihrer Großmutter Mundt (1890-1961) sowie einen Ziegelstein vom Urgroßvater Schulz (1856-1926), der als Dachdecker tätig war, als Schenkung übergab.   

Auch die wertvolle Museumsbibliothek  bekam Zuwachs. Dr. Robert Kreibig vom Engelschen Hof an der Alten Synagoge in Röbel hatte bei seinem  Besuch in  Parchim zwei Bücher von Rudolf Kayser (1889-1964) im Gepäck. Der in Parchim geborene Germanist und Schriftsteller ist der Schwiegersohn von Albert Einstein.  Eine seltene Quelle zur Geschichte des Nationalsozialismus kam in Form eines  amtlichen Fernsprechbuches aus dem Jahre 1941 ins  Haus. Es ist auch deshalb so  interessant, weil die Parchimer Adressbücher bereits 1937 endeten.

Sogar im fernen Australien ist der Bezug zu Parchim nicht verloren gegangen. Die dort seit langem lebende Historikerin Dr. Beate Josephi hat einen ersten Versuch einer Lebensbeschreibung ihres Großvaters Ernst Herrmann Lionel Otto Maximilian Josephi, der im 19. Jahrhundert zu einer angesehenen Parchimer Kaufmannsfamilie gehörte und von den Nationalsozialisten verfolgt wurde, zur Verfügung gestellt. 

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