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Parchimer Zeitung

17. Oktober 2017 | 17:17 Uhr

Parchim : Ihr grünes Refugium am Wiesengang

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

In der parzellenmäßig kleinsten Parchimer Gartenanlage innerhalb des Regionalverbandes werden sieben Gärten gehegt und gepflegt

von
erstellt am 12.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Man kann ja über diesen Regen-Sommer sagen was man will: Marion Barsuhn bescherte er eine Rekordblüte. Noch nie standen ihre Zinnien so schön im Saft. Die jüngste Messung ergab eine Höhe von 1,30 Meter. Damit reichen die farbenprächtigen Korbblütler ihrer Enkeltochter Ella Marie (8) glatt bis an die Stirn.

Seit 2003 hegen und pflegen Marion und Axel Barsuhn in Parchim nur ein paar Meter Luftlinie vom historischen Altstadtzentrum entfernt ihre Scholle in der Kleingartenanlage „Wiesengang“. Marion Barsuhn übernahm damals nicht nur einen Garten, sondern im gleichen Jahr auch noch ein Ehrenamt: Seitdem ist sie die Vorsitzende des von der Parzellenzahl her kleinsten Gartenvereines überhaupt innerhalb des Regionalverbandes der Gartenfreunde Parchim e. V.: Familie Barsuhn und ihre Nachbarn beackern insgesamt sieben Parzellen mit einer Größe jeweils zwischen 400 und 460 Quadratmetern. Leerstand ist hier kein Thema. Und wenn am Wiesengang eine Vereinsversammlung einberufen wird oder nach einem gemeinsamen Arbeitseinsatz der gesellige Teil folgt, finden alle Gartenfreunde locker an zwei Familientischen Platz.

Aus alten noch erhaltenen Unterlagen geht hervor, dass der erste Pachtvertrag in dieser Anlage im Jahr 1967 ausgefertigt wurde. Seit dem 1. Januar 1990 haben auch Angela und Gerald Heiser direkt am Promenadenweg ihr Refugium. Fünf Jahre standen sie damals als Weststadtbewohner auf der Warteliste, bis sich in der Eldestadt eine freie Parzelle fand und sie den Schlüssel zu ihrem ersten eigenen Garten in Besitz nehmen konnten. „Natürlich hat man damals immer gehofft, dass es ein schönes Plätzchen wird und schon eine kleine Laube drauf steht. Diese traumhafte Lage war wirklich wie ein Lottogewinn für uns“, erinnert sich Gerald Heiser.

Er und seine Frau verbringen jede freie Minute nach der Arbeit und am Wochenende auf ihrer Scholle. Auch im Jahresurlaub zieht es sie nach „Gardenien“. Die top gepflegte Parzelle ist höchstens mal verwaist, wenn Heisers sich eine Kurzreise genehmigen. „Es ist so ein schönes ruhiges Fleckchen Erde“, kann sich Gerald Heiser keinen schöneren Ort vorstellen. Und so gedeiht hier von der Petersilie bis zur Kartoffel alles, was man für die Selbstversorgung so braucht. Kohlrabi ist ein Muss in jedem Gartenjahr. Bohnen werden in drei Etappen angebaut, damit sie lange je nach Bedarf frisch vom Beet direkt in den Topf kommen. „Es schmeckt doch viel besser, wenn man weiß, da steckt die eigene Liebe und Arbeit drin“, findet Gerald Heiser. Gartennachbarin Marion Barsuhn kann dem nur zustimmen. Vor 2003 genossen Barsuhns die Grüne Lunge am Wiesengang häufig als Spaziergänger. Und so reifte immer mehr der Wunsch: Wenn schon einen eigenen Garten, dann nur hier. Als tatsächlich eine Parzelle zu vergeben war, zögerten sie keine Sekunde. Ihnen gefällt die unmittelbare Lage zur Stadtmitte. Weiterer Pluspunkt: der schöne Spielplatz gleich in der Nähe. Denn am Wiesengang kündigt sich auch regelmäßig Enkelkinder-Besuch an. Froh ist die Vereinsvorsitzende, dass das Miteinander so unkompliziert funktioniert. Idealerweise sind sich sogar die Nachbarshunde grün: Oskar (zweieinhalb) und Dolly (12) machen ihre Sache gut als vierbeinige Wächter im Gartenrevier.

Seit dem 1. Juli herrscht auch wieder Leben im Garten Nummer 7. Im kleinsten Parchimer Gartenverein innerhalb des Regionalverbandes wollen künftig die jüngsten Gärtner der Stadt eine reiche Ernte einfahren: Der städtische Kindergarten „Freundschaft“ hat die Parzelle gepachtet. Die Reaktionen waren einhellig positiv: „Wir freuen uns sehr über unsere neuen Gartennachbarn und finden es toll, dass Kinder auf diese Weise lernen, wo unser Essen herkommt“, bekräftigt Marion Barsuhn.

 

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