Revierförster Voigstorf beklagt Verluste : Holzdiebe werden immer dreister

<fettakgl>Revierförster Jens-Uwe Springer</fettakgl> weiß sehr genau, dass auch Diebe ein Auge auf eingeschlagenes Holz werfen. <foto>Foto: W. Pätzold</foto>
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Revierförster Jens-Uwe Springer weiß sehr genau, dass auch Diebe ein Auge auf eingeschlagenes Holz werfen. Foto: W. Pätzold

Holz erlebt als gefragter Rohstoff eine Renaissance. Darüber freuen sich die Waldbesitzer. Allerdings hat der steigende Preis auch eine negative Seite: Immer mehr Holzdiebe sind in der Region Parchim unterwegs.

svz.de von
02. Juli 2012, 09:44 Uhr

Voigstorf | Holz erlebt als gefragter Rohstoff eine Renaissance. Darüber freuen sich vor allem die Waldbesitzer. "Der Preis steigt. Das ist für unseren Ertrag ein gutes Signal", meint Jens-Uwe Springer, Chef des Forstreviers Voigtsdorf am Rande der Kreisstadt. Aber die Sache hat einen Haken. "Mit den steigenden Rohstoffpreisen wird Holz begehrter. Das ruft auch immer mehr Diebe auf den Plan", beklagt der Grünrock die aktuelle Situation, die sich künftig noch weiter verschärfen könnte. "Ab sofort erhöhen sich die Holzpreise auch bei uns in den Wäldern der Landesforst", so Lens-Uwe Springer, der im Forstamt Friedrichsmoor mit fast 18 000 Hektar Wald im nahe Parchim gelegene Revier Voigtsdorf den Hut auf hat.

Mit mehr als 200 so genannten Selbstwerbern, die für den eigenen Ofen jetzt die Brennstoffvorräte für den kommenden Winter sichern, sei das Limit im Revier erreicht. "Es wird immer schwieriger, die Sache so zu organisieren, dass es zu keinen Komplikationen kommt. Bislang mussten Kunden für einen Raummeter Buchenholz 15 Euro auf den Tisch des Försters legen, wenn sie die Bäume selbst einschlagen wollten. Für bereits aufbereitete Stämme, die nur noch abzufahren wären, lag der Preis für Buchenholz bei 36 Euro. "Doch diese Preise sind einigen offenbar zu hoch und sie schleichen sich in den Wald, um Holz einfach zu klauen", beklagt der Forstmann, der sich um den Lohn für die Mühen seiner Mitarbeiter gebracht sieht.

"Holzklau ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine handfeste Straftat", gibt der Revierförster zu bedenken. Die Fälle werden deshalb an die Staatsanwaltschaft übergeben. Die Konsequenzen sind hart: Täter, die überführt werden, müssen nicht nur mit drastischen Geldstrafen rechnen, sondern gelten am Ende des Verfahrens sogar als vorbestraft. Erst kürzlich wurde in Springers Nachbarrevier ein Mann gefasst, der gleich eine ganze Lkw-Ladung Holz entwendet hat. "Die Chance, die Täter zu stellen sind groß, denn wir können auf die gute Zusammenarbeit mit der Polizei und auch aufmerksamen Bürgern bauen", freut sich Jens-Uwe Springer. An sensiblen Stellen werden in Wäldern sogar schon technische Hilfsmittel eingesetzt, um Dieben auf die Spur zu kommen. Baumstämme werden mit Chips versehen, die eine Ortung per GPS ermöglichen. Diskutiert wird auch der Einsatz von Videotechnik, obwohl die datenrechtlichen Hürden hoch wären.

In den Wäldern des Forstreviers Voigtstorf kommen in diesem Jahr rund 4000 Festmeter Holz unter die Säge. Die Selbstwerber sind mit bis zu 500 Festmeter eingeplant. Sie müssen sich im Bedarfsfall an den Revierförster wenden und dort einen Motorsägeschein vorweisen, bevor ihnen die Bäume zugewiesen werden. Am Ende gibt es eine Quittung, die den Kauf belegt.

"Leider nimmt auch die illegale Müllentsorgung im Wald stark zu", so Springer. Nahe Voigtsdorf und Stralendorf wurde massenhaft Sperrmüll entsorgt. "Da werden mehr als 100 leere Flaschen säckeweise abgekippt und sogar persönliche Dokumente wie Kontoauszüge in den Wald gekarrt. Warum, kann sich keiner erklären", meint der Förster. Immer öfter gelinge es aber, die Täter anhand von Spuren dingfest zu machen. Ansonsten wird die Ordnungswidrigkeit angezeigt und der Landkreis übernimmt die Entsorgung. Das wird letztendlich für den Steuerzahler teuer. "Einige Waldwege haben wir inzwischen mit Schranken gesichert, um den Müllvandalen den Weg zu versperren", sagt Springer.

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