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Parchimer Zeitung

14. Dezember 2017 | 21:59 Uhr

Kunst : Hoffnung für den ländlichen Raum

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Kreiskulturrat organisiert Erfahrungsaustausch zwischen Künstlern und Entscheidungsträgern. Gesetzliche Vorgaben kaum wirksam.

von
erstellt am 30.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Wer mit offenen Augen durch Ziegendorf geht oder fährt, hat sie sicher schon entdeckt. Seit Sommer des vergangenen Jahres ziehen hier großformatige Bilder mit grellen Farben die Blicke auf ein in die Jahre gekommenes Haus auf sich. Jungen und Mädchen der Marnitzer Schule hatten zusammen mit dem ortsansässigen Künstler Oliver Guse eine Idee des Pampiner Kulturforums in die Tat umgesetzt. Einig war man sich, dass etwas getan werden muss, um potenzielle Neu-Ziegendorfer für eins der vielen leerstehenden Häuser zu interessieren. „Da folgt schon bald ein Folgeprojekt. Kunst im öffentlichen Raum ist nicht Selbstzweck. Man kann durchaus etwas bewegen“, ist sich Prof. Dr. Wolfgang Vogt vom Kulturforum Pampin sicher.

Doch im Alltag tun sich Kommunen als Bauherren noch immer schwer, die gesetzlichen Vorgaben, einen bestimmten Prozentsatz der Baukosten für Kunst zu reservieren, in die Tat umzusetzen. „Es besteht dringender Handlungsbedarf. Wir legen die Finger in die Wunde und wollen Sorge dafür tragen, dass öffentliche Plätze und Gebäude den Bewohnern dienen und nicht nur den Investoren oder der Bauwirtschaft“, stellt Prof. Vogt klar. Aus den bisherigen Einzelaktionen soll künftig ein abgestimmtes Handeln von verschiedenen Akteuren werden. Für den 13. September lädt der Kreiskulturrat in Kooperation mit dem Künstlerbund ins Kulturforum zu einer Fachtagung ein. Neben Künstlerinnen und Künstlern werden Experten, interessierte Bürger, Entscheidungsträger und Unterstützer erwartet. Als Gastreferenten konnten Ralf Kirberg vom Münchner sculpture network e.V., Anne Hille vom Künstlerbund MV und Michael Körner vom Landeskulturrat gewonnen werden. Sie werden an Hand von Beispielen aus der künstlerischen Praxis zeigen, welche kreativen Impulse von der Kunst im öffentlichen Raum ausgehen kann.

Unter dem Motto „Die Kunst der Kooperation – vom Einzelkämpfer zum Teamplayer“, geht es am Nachmittag um die Suche nach Mitstreitern und Partnern für Projekte. „Wie überzeuge ich Schlüsselpersonen vor Ort, dass eine Idee funktioniert oder was braucht man für eine erfolgreiche Kooperation?“, werden diskutiert. Macher berichten von ihren Projekten und tauschen Erfahrungen aus. Regionalentwickler Henning Bombeck von der Uni Rostock und Impulsstrategin Sabine Gollner von der Künstlerkolonie Fichtelgebirge stehen als Gesprächspartner bereit. „Um dauerhaft erfolgreich zu sein, braucht es eine nachhaltige Verankerung vor Ort und überregionale Partner für die Vermarktung und Kommunikation“, meint Prof. Vogt.

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