AlkoholsuchT : Hilfe, mein Mann ist ein Trinker!

Jutta Scharf berät in Parchim auch Angehörige von Suchtkranken.
Jutta Scharf berät in Parchim auch Angehörige von Suchtkranken.

Für Angehörige von Alkoholsüchtigen besteht ein Risiko, selbst krank zu werden / Suchtberater in Parchim können ihnen helfen

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09. März 2015, 16:13 Uhr

Der Mann säuft und seine Frau und die Kinder leiden. Angehörige von Suchtkranken machen oft die Hölle durch. Und wenn sie nicht konsequent sind, können sie selbst an der Sucht ihres Angehörigen zu Grunde gehen. Das erleben die Suchtberater in Parchim. Sie helfen auch Angehörigen, die beispielsweise leiden, weil der Mann im Haus ein Trinker ist. Wir sprachen mit der Partnerin eines Alkoholkranken und mit Jutta Scharf, Leiterin des Suchtberatungszentrums Parchim.

Sie wachsen als Nachbarn miteinander auf. Und sie werden ein Paar, erzählt die Frau des Trinkers. Das tägliche Bier ist für ihren Partner normal. Auch sie trinkt anfangs mit. Doch dann wird es immer mehr. Aus einem Kasten Bier am Tag werden zwei und sogar drei. Das ist zu viel, wie die junge Frau längst begriffen hat. Sie spricht mit ihrem Partner. „Ich habe gedacht, er hat es unter Kontrolle“, sagt sie. Doch sie irrt sich. Und das Schlimme: Wenn ihr Freund getrunken hat, ist er unberechenbar. In Sekunden ändert sich seine Stimmung. „Von Lachen in Katastrophe“, beschreibt es die Frau. Dafür reichen banale Sätze seiner Partnerin aus.

„Plötzlich stört die Fliege an der Wand“, sagt Jutta Scharf, die Alkoholkranke und ihre Partner berät. Die Suchtkrankheit sei oft mit Wesensänderungen verbunden, nicht selten mit Aggressivität. Bei Männern dauere es oft 15 und bei Frauen oft fünf Jahre, bis eine Suchtkrankheit erkannt und behandelt wird. Lange Zeit verteidigen Angehörige die Trinkgewohnheiten. „Es wird beschönigt“, beschreibt Jutta Scharf die Situation. Beispielsweise mit dem Argument, dass der Betroffene viel Stress in der Firma hat.

Erst nach langer Zeit hört der Süchtige aus der eigenen Familie den Vorwurf, dass sein Trinken nicht normal ist.

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